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Aus: Ausgabe vom 22.05.2021, Seite 8 / Ansichten

Heulsuse des Tages: Prinz Harry

Von Maximilian Schäffer
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Reuiger Sünder: Prinz Harry

Prinz Harry weint. Nicht, weil er nur auf Platz sechs der Thronfolge rangiert, sondern weil seine Familie so gefühlskalt ist. Nicht, weil die royale Mafia seit Jahrhunderten unzählige Menschen unterjocht, sondern weil sie nicht mal tröstet, wenn die eigene Mutter stirbt. Schwer ist das Los als gebeutelter Milliardenerbe, so schwer, dass nur die heilige Oprah Winfrey helfen kann. Erneut hörte die ebenso milliardenschwere Medien­mogulin ihrem Standesgenossen zu, diesmal im lukrativen Serienformat für den Streamingdienst von Apple.

Über die Zeit nach dem Tod von Prinzessin Diana im Jahr 1997 erzählte er: »Ich war bereit zu trinken, ich war bereit, Drogen zu nehmen (…)«. Und gibt sich als reuiger Sünder, so dass sich besorgte Briten fragen müssen, ob ihr Prinz von der anglikanischen bereits zur Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage gewechselt hat. Als konsequente Transformation von »very British« hin zu »truly American« wäre dies ein logischer Schritt und nachvollziehbar. Ehefrau Meghan Markle US-amerikanisierte ihn bereits dermaßen, dass er sich inzwischen sogar bemüht, den Inselakzent abzulegen. Notorische Vokabeln wie das inflationäre »amazing« hat er mittlerweile fest in den Wortschatz integriert.

So kalkuliert selbstmitleidig und schmierig Harrys Masche auch sein mag, man muss ihm danken. Das Meinungsforschungsinstitut Yougov vermeldete am Freitag, dass sich die 18- bis 24jährigen im Vereinigten Königreich aufgrund der letzten TV-Dramen rapide von der Monarchie abwenden. Nur noch 31 Prozent Rückhalt für das Königshaus scheint es in dieser Altersgruppe zu geben, 2020 waren es 40, 2019 46 Prozent.

Wieder einmal zeigt sich, dass adlige Tränen eine ganz andere Flüssigkeit sind als bürgerliche: Wenn der Prinz weint, zittert die Königin. Darauf einen Gin Tonic!

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