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Aus: Ausgabe vom 15.05.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Deppendialektik

Zeitfragen | Mi., 19.30 Uhr, DLF Kultur
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Dieser besondere Blick: Das ostdeutsche Kameramodell Rheinmetall Exa

Im Deutschlandfunk Kultur-Beitrag zu 75 Jahren Defa findet man zwei übliche BRD-Denkfiguren im Umgang mit dem Kulturerbe der DDR. Erstens Deppendialektik: Die Ausnahme bestätigt die Regel. Unter dem ständigen Hinweis auf die DDR-Zensur werden – mit schwärmerischen Bewertungen – Filme genannt, die trotzdem irgendwie die scheinbar alles durchdringende Einschränkung künstlerischer Regierungskritik überstanden haben. Gerhard Kleins »Berlin – Ecke Schönhauser« (1957); Konrad Wolfs »Der geteilte Himmel« (1964); Frank Beyers »Spur der Steine« (1966); Heiner Carows »Coming Out« (1989). Die zweite Denkfigur steckt im Titel »Das Filmerbe der DDR wird wiederentdeckt«. »Wiederentdeckt« heißt irgendwie: neu – ein journalistisches Gütesiegel, das jede Kontinuität verschüttet. Warum diese Filme nicht die verdiente Aufmerksamkeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erhalten haben? Für den öffentlich-rechtlichen Sender ein Mysterium. (ts)

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Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

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  • Leserbrief von Patrick Büttner aus Leipzig (15. Mai 2021 um 09:16 Uhr)
    Apropos Zensur: In F.-B. Habels Buch »Zerschnittene Filme« kann man nachlesen, wie in den USA mit »Der schweigende Stern« verfahren wurde. In der US-amerikanischen »First Spaceship on Venus«-Fassung sind nicht nur Begriffe wie »Kollektiv« und »sozialistisch« verschwunden, sondern es galt, auch den im Film vorherrschenden Ton des Internationalismus in den Griff zu bekommen. So wurde der afrikanische schwarze Techniker Talua beinahe rausgeschnitten, und sein weißer Dialogpartner »bekam eine Synchronstimme, mit er den Schwarzen regelrecht anherrschte«. Außerdem wurde die Bedeutung der japanischen Ärztin Sumiko (Yoko Tani) verkleinert, »weil sie im Original mehrfach direkt und indirekt an die Opfer der amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert«. Das ist nicht alles. Insgesamt sind vier Sequenzen gekürzt und weitere vier rausgeschnitten worden. »First Spaceship on Venus« ist in dieser redigierten Version auch auf DVD erhältlich.

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