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Chile: 50 Prozent Frauen arbeiten Verfassung aus

Santiago de Chile. In Chile wird an diesem Wochenende die weltweit erste zu mindestens 50 Prozent von Frauen besetzte verfassunggebende Versammlung gewählt. Das sieht eine entsprechende Regelung zur paritätischen Besetzung vor. Knapp 15 Millionen Chileninnen und Chilenen sind dazu aufgerufen, 155 Abgeordnete zu wählen. Diese sollen innerhalb eines Jahres einen neuen Verfassungstext ausarbeiten, der dann in einem Referendum von der Bevölkerung angenommen oder abgelehnt werden kann. Mehr als 1.300 Kandidatinnen und Kandidaten stehen zur Auswahl, unter ihnen auch 17 Frauen, die sich in der »Feministischen und plurinationalen Plattform« zusammengeschlossen haben. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, eine feministische Perspektive in den künftigen Verfassungstext einzubringen, wie es auf dem Twitter-Account des Zusammenschlusses heißt. Die Ausarbeitung eines neuen Grundgesetzes war eine der Hauptforderungen der sozialen Revolte ab Oktober 2019, das derzeit gültige stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet (1973–1990). Ende Oktober des vergangenen Jahres stimmte eine überwältigende Mehrheit für eine Ablösung der jetzigen Verfassung. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.05.2021, Seite 15, Feminismus

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