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Aus: Ausgabe vom 12.05.2021, Seite 5 / Inland
Arbeitsbedingungen

Mehr Patte für Hackler

Tarifverhandlungen in Bauwirtschaft – IG BAU fordert Lohnplus von 5,3 Prozent
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Helden der Arbeit gibt es einige – auf Baustellen sowieso (Berlin, 21.8.2020)

Der Startschuss war am Dienstag. Für die rund 890.000 Beschäftigten in der Bauwirtschaft hierzulande haben die Tarifverhandlungen begonnen. Vertreter der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) kamen am Vormittag mit ihren Kontrahenten vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) am neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld zusammen. Ergebnisse lagen bis jW-Redaktionsschluss nicht vor.

Die IG BAU fordert 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten. »Zudem soll das Modell für die Entschädigung der Wegezeiten, also der langen und meist unbezahlten Fahrten zur Baustelle, weiterentwickelt werden«, hatte die Gewerkschaft bereits im April mitgeteilt. Nicht nur das: Die Löhne im Osten sollen an das Westeinkommen angeglichen werden.

Während der Coronakrise wurde weiter gebaut, die Branche ist daher vergleichsweise schadlos durch die vergangenen Monate gekommen. »Aber die Baukonjunktur trübt sich merklich ein«, behauptete ZDB-Verhandlungsführer Uwe Nostitz, im Vorfeld der ersten Tarifrunde. »Wir erwarten für das Jahr 2021 ein Nullwachstum.« Zudem sei aufgrund der derzeitigen Materialengpässe und dem damit verbundenen Anstieg der Preise für Baumaterialien mit »einem ordentlichen Dämpfer« zu rechnen.

Szenarien, mit denen die Baugewerkschafter wenig anfangen können. Sie verweisen auf ein Umsatzwachstum der Branche von sechs Prozent im vergangenen Jahr. »Von der allgemeinen Coronakrise ist im Bausektor nichts, aber auch gar nichts zu spüren«, hatte Vorstandsmitglied Carsten Burckhardt kürzlich mitgeteilt. »Da ist es nur recht und billig, wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter auch ein Plus auf ihrem Lohnzettel sehen.«

Die IG BAU kämpft aktuell nicht nur an der Tariffront. Parallel fordert sie im Rahmen der Verabschiedung einer »überarbeiteten Handwerksordnung« eine Tarifbindung für Betriebe der Kreis-, Landes- und Bundesinnungen als »Muss-Bestimmung«. Damit solle die Lohnlücke zwischen der kleinbetrieblich strukturierten Handwerksbranche und der Industrie nicht noch größer werden, teilte die Baugewerkschaft am Montag mit. (dpa/AFP/jW)

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