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Der Druck steigt weiter

Von Gabriele Damtew
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Machte mal wieder den Unterschied: Heinz Mörschel trifft für Dynamo Dresden (8.5.2021)

Die Spielzeit der dritten Liga neigt sich langsam ihrem Ende zu, was Rechenakrobaten auf den Plan ruft, so eng ist die Tabellenlage sowohl im sonnigen, gleichwohl zugigen Obergeschoss als auch an der kalten Kellertür, wo es muffig nach Vergessen riecht.

Die einstmals glorreichen Lauterer, die sogar mal Deutscher Meister waren, zeigten im ersten Kellerduell gegen Uerdingen so etwas wie Grandezza. Nach frühem Rückstand zogen sie ihre offensive Strategie durch und kamen zu einem verdienten 4:1, bei dem der Außenverteidiger Philipp Hercher nicht nur den Anschluss schoss, sondern auch zwei weitere Treffer vorbereitete. Da der schon feststehende Absteiger Unterhaching überraschend bei den »kleinen« Bayern siegte (2:1) und auch Lübeck als Vorletzter sein Auswärtsspiel gegen Meppen gewann (2:0), verbessern sich die Chancen des 1. FCK auf den Klassenerhalt bei vier Punkten Vorsprung auf Uerdingen enorm. Für den Dramaklub Kaiserslautern spricht außerdem die beste Tordifferenz der letzten sieben und die bedingungslose Liebe seiner vielen Fans.

Für Magdeburg dagegen, lange Monate unfreiwilliger Mitbewohner der Keller-WG, hat sich das Blatt gewendet. Die Mannschaft spielt unter Trainer Christian Titz erfrischend auf, wobei das Duo Baris Atik und Kai Brünker heraussticht. Schon unter der Woche hatte der 1. FCM in Saarbrücken mit dem 3:0 den Klassenerhalt klargemacht und gleichzeitig jegliche Hoffnung auf den Aufstieg der Saarländer zerstört. Auch beim 3:2 gegen Duisburg lieferten Brünker und Atik wieder ab, beide als Vorbereiter und Vollstrecker; der Sieg der Magdeburger war nie wirklich in Gefahr.

Ganz oben in der Tabelle kann die Luft bei so einem engen Kampf um die nächsthöhere Klasse schon mal knapp werden. Die Partie zwischen den viertplazierten Ingolstädtern und Saarbrücken war nur ein müder Nullerkick, während sich die mit Ingolstadt punktgleichen Münchner Löwen in Wiesbaden redlich Mühe gaben. Aber es haperte an der Chancenverwertung der treffsichersten Offensive der Liga (1:1). Die beste Tordifferenz von 1860 könnte dennoch eine Rolle im Klassenkampf spielen. Denn nur zwei Punkte trennen sie von Hansa auf Rang zwei. Der Klub trat zu Hause gegen FSV Zwickau an, der unbedingt punkten wollte, um den Klassenerhalt in trockene Tücher zu bringen. Bei einem Punktgewinn hatte der Dynamo-Anhang (Dresden war punktgleich mit Rostock) den sächsischen Fanfreunden tausend Liter Freibier zugesagt. Eine klassische Win-Win-Situation. Dafür reichte Zwickau nach beherztem Einsatz ein 0:0. Prost!

Zeitgleich empfing Dresden die Viktoria aus Köln, die in der ersten Hälfte zu keiner Torchance kam. Die Dynamos wurden ihrem Namen gerecht und kontrollierten das Spiel. Heinz Mörschel machte wieder den Unterschied (1:0), und der unter Alexander Schmidt reanimierte Panagiotis Vlachodimos holte einen Elfer raus, den Philipp Hosiner verwandelte. Nach dem Sieg flossen einige Tränen. Der Druck ist hoch an der Spitze der Tabelle.

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