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Aus: Ausgabe vom 11.05.2021, Seite 8 / Ansichten

Demokratiespezi des Tages: Anders Fogh Rasmussen

Von Ina Sembdner
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Möchte so gerne die Welt in seinem Sinne »retten«: Ex-NATO-Chef Anders Fogh Rasmussen (Frederiksberg, 25.3.2021)

Gesucht sind »frische Ideen, um den Vormarsch der Autokraten« zu stoppen. Nein, gemeint sind nicht die Kriegstreiber in demokratischem Gewand in den Schaltzentralen des Westens, sondern – wie eh und je – die Regierenden in China, Russland oder auch Venezuela. Im letztgenannten Land zum Beispiel ist der »Autokrat« einfach nicht bereit, dem »Selbsternannten« (Juan Guaidó) seinen ihm nicht zustehenden Platz zu überlassen. Mittlerweile sucht selbst die US-Regierung verzweifelt nach einer »brauchbareren« Personalie.

Nach Kopenhagen wurde Guaidó dennoch eingeladen. Dort veranstaltet Anders Fogh Rasmussen, bis 2014 Chef der Kriegsallianz NATO, einen »Democracy Summit« in illustrer Runde im Namen seiner »Alliance of Democracies Foundation« – ganz schön viel Demokratie für eine sehr begrenzte Sicht (»freier Markt«) auf die Herrschaft des Volkes. Auch ein anderer darf dabei nicht fehlen: Der im Londoner »Exil« lebende Hongkonger »Aktivist« Nathan Law, der in seiner Heimatstadt nicht erst seit 2019 Unruhen mitanzettelte und keine Berührungsängste mit dem berüchtigten US-Regime-Change-Krösus NED hat. Und weil für Rasmussen »die nächste Frontlinie im Kampf zwischen Demokratie und Autokratie« in Taiwan verläuft, wie er Anfang 2020 kundtat, lud er auch die »Präsidentin« der chinesischen Insel, Tsai Ing-wen, zum Gipfel.

Aber wir können uns glücklich schätzen: Die »freie Welt« sei heute weniger naiv und habe den Ernst der Lage erkannt, erklärte Rasmussen am Montag. Na, da muss aber doch mal widersprochen werden – den durch westlichen Unterwerfungszwang bedingten Ernst der Lage haben bislang viel zu wenige erkannt, auch dank der »Demokratieaktivisten«. Denn um das Blitzen der hinten reingeschobenen Goldbarren wahrzunehmen, braucht es ein geschultes Auge.

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