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Aus: Ausgabe vom 11.05.2021, Seite 1 / Betrieb & Gewerkschaft
Werftindustrie

Schiffbruch befürchtet

12. Maritime Konferenz: Branche angeschlagen. Altmaier will gegen »Konkurrenz« vorgehen
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Beschäftigte der MV Werft auf einer Protestkundgebung der IG Metall in Rostock-Warnemünde (17.2.2021)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will auf EU-Ebene gegen die Konkurrenz im Schiffbau vorgehen. »Wir haben außerhalb von Europa zum Teil eine Wettbewerbssituation, die das Reagieren der Europäischen Union notwendig macht«, sagte der CDU-Politiker am Montag in Rostock zum Auftakt der 12. Nationalen Maritimen Konferenz. »Es gibt Länder, die in sehr eindeutiger und manchmal auch aggressiver Form versuchen, Teile des zivilen Schiffbaus zu monopolisieren oder zu dominieren, und deshalb werden wir diese Entwicklung nicht einfach tatenlos geschehen lassen.«

Welche Länder Altmaier im einzelnen im Blick hat und welche Maßnahmen ihm vorschweben, sagte er nicht. In der Werftindustrie gelten vor allem fernöstliche Schiffbauer als Konkurrenz. Seit den 1980er Jahren mussten die Schiffbauer immer mehr Marktanteile in den Fernen Osten abgeben, zunächst nach Japan, dann nach Südkorea – inzwischen verstärkt auch in Richtung China.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) pochte auf der Konferenz auf weitere Hilfen des Bundes. Die Unternehmen seien nicht in der Lage, ihre langfristig laufenden Bauzeitfinanzierungen ohne finanzielle Hilfen zu decken. Angesichts der Zurückhaltung von Banken und Versicherern sei Bundeshilfe nötig. An maritimen Bauprojekten hingen Tausende Arbeitsplätze: »Es findet ein großer Teil der Wertschöpfung auch außerhalb der Werften statt und davon vor allem auch in Bundesländern abseits der deutschen Küstenländer.« Im Jahr 2018 habe die maritime Wirtschaft insgesamt 449.800 Arbeitsplätze abgesichert, betonte das Wirtschaftsministerium unter Berufung auf eine Studie.

In Warnemünde und an anderen Werftstandorten kündigte die IG Metall derweil Kundgebungen an. Die Gewerkschaft will auf weiter drohende Arbeitsplatzverluste aufmerksam machen. »Allein auf den Werften sind seit Beginn der Pandemie mehr als 1.000 Arbeitsplätze verlorengegangen«, sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Weitere 5.600 der rund 18.000 Jobs seien derzeit akut bedroht. (dpa/jW)

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