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Aus: Ausgabe vom 07.05.2021, Seite 1 / Ausland
Proteste in Kolumbien

Duque lässt weiter schießen

Viele Tote nach Protesten in Kolumbien. Rechte Regierung zu Rücktritt aufgefordert
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Mit allen Mitteln: Einheiten der Aufstandsbekämpfung gegen Protestierende in Pasto am Mittwoch

Eine Woche nach dem Beginn der Proteste in Kolumbien haben sich am Mittwoch (Ortszeit) erneut Tausende Menschen in mehreren Städten des Landes versammelt. Unter anderem in der Hauptstadt Bogotá sowie in Medellin und Cali gab es Demonstrationen gegen die Gesundheits-, Sicherheits- und Bildungspolitik der rechten Regierung und das gewaltsame Vorgehen der Einsatzkräfte. In Bogotá forderten Demonstranten den Rücktritt von Präsident Ivan ­Duque.

Tausende Menschen versammelten sich im Zentrum der Hauptstadt nahe dem Präsidentenpalast, die meisten von ihnen mit Masken gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Die Polizei hinderte eine Gruppe von Demonstranten daran, ins Kongressgebäude vorzudringen. In der zweitgrößten Stadt Medellin im Nordosten des Landes hatten sich bis zum Vormittag rund 8.000 Menschen versammelt und skandierten Parolen gegen Duques Ziehvater, den ultrarechten Expräsidenten Alvaro Uribe. In Cali im Südwesten Kolumbiens waren am Mittwoch weiterhin zahlreiche Straßen blockiert, was zu Treibstoffmangel führte. Mehrere tausend Angehörige indigener Gruppen schlossen sich dem Protest an.

Die Einsatzkräfte gingen mit extremer Härte gegen die Demonstranten vor. Neben der Polizei sind auch Soldaten im Einsatz. Offiziellen Angaben zufolge wurden bisher mindestens 24 Menschen getötet, darunter ein Polizist. Die Nichtregierungsorganisation »Temblores« gab die Zahl der Toten mit 37 an. Hunderte Menschen wurden verletzt, 89 als vermisst gemeldet.

Unterdessen hat Präsident Duque am Mittwoch jeweils 2.000 US-Dollar Belohnung für Hinweise bezüglich »Vandalismus« während der laufenden Proteste ausgesetzt. Wie der lateinamerikanische Sender Telesur online berichtete, sagte der Staatschef, hinter dem »extremen Vandalismus und städtischen Terrorismus« würden »Drogenbanden« stecken. Internationale Organisationen wie der Lateinamerikanische Rat der Sozialwissenschaften warnten am Mittwoch hingegen vor »Staatsterrorismus«. (AFP/jW)

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