1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Gegründet 1947 Sa. / So., 15. / 16. Mai 2021, Nr. 111
Die junge Welt wird von 2519 GenossInnen herausgegeben
1.000 Abos für die Pressefreiheit! 1.000 Abos für die Pressefreiheit!
1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Aus: Ausgabe vom 05.05.2021, Seite 16 / Sport

Immer was zu lachen

Von André Dahlmeyer
imago1002279839h.jpg
Einfach draufhalten: Jefferson Duque ist mit Rekordmeister Atlético Nacional auf Kurs (22.4.2021)

Einen wunderschönen guten Morgen! Das Torneo Apertura, die 92. Fußballmeisterschaft Kolumbiens, geht allmählich zu Ende. Da Cúcuta Deportivo, Libertadores-Halbfinalist von 2007, vergangenes Jahr pleite gegangen war, war der Klub aus dem Nordosten des Landes Ende November von der Klubvereinigung División Mayor del Fútbol Colombiano (Dimayor) hinausgeworfen worden, weshalb die Categoría Primera A im Januar mit nur 19 Teams startete, um acht Viertelfinalisten zu ermitteln.

Nachdem 2020 die Abstiege ausgesetzt worden waren, musste noch ein weiteres Team absteigen, und das war nicht der Tabellenletzte der Meisterschaft, das gänzlich sieglose Alianza Petrolera aus Barrancabermeja, sondern das Team mit dem schlechtesten Durchschnittskoeffizienten der sogenannten Abstiegstabelle, wo die Resultate der letzten sechs Meisterschaften akkumuliert werden. Die Entscheidung fiel am letzten Spieltag. Boyacá Chicó empfing daheim in Tunja die Jaguares de Córdoba. Den Gastgebern hätte ein Sieg für den Klassenerhalt gereicht – vorausgesetzt, das favorisierte Deportivo Pasto würde bei Deportivo Pereira gewinnen. Klang beides machbar, erwies sich jedoch als schwierig. Man kam nicht über eine Nullnummer heraus. Schlimmer endete das Match in Pereira. Zwar führten die »Vulkanischen« aus Pasto zur Pause mit 2:1. Doch nach der Halbzeit drehte der Aufsteiger noch mal kurz auf und stellte binnen 14 Minuten auf 4:2. Der Endstand. Boyacá Chicó beendete das Campeonat auf dem 13. Rang, stieg aber ab, während der Stadtrivale Patriotas mit der zweitmiesesten Abwehr auf Rang 17 abschloss und sich ins Fäustchen gickerte. Im südamerikanischen Balltreten gibt es immer was zu lachen. Der »Kartoffelklassiker« von Tunja fällt jedenfalls vorläufig aus.

Mit sechs Titeln in den Zehnerjahren mauserte sich Atlético Nacional zum Rekordmeister der Cafeteros. 2016 gelang der »Grünen Maschine« gar zum zweiten Mal der Gewinn der Copa Libertadores, und wäre nicht Ende desselben Jahres das brasilianische Team von Chapecoense auf dem Weg zum Finalhinspiel der Copa Sudamericana nach Medellín mit dem Flugzeug abgestürzt, hätte Nacional diesen Titel ganz sicher auch gewonnen. Statt dessen verzichteten sie darauf – der Titel ging an das Team von Chapecoense, ein Akt der Solidarität.

Nacional qualifizierte sich mit vier Niederlagen als Tabellenerster für die Viertelfinals. Deportivo Pasto verlor dreimal, wurde aber nur Zwölfter. Wer nichts riskiert, bleibt im Mittelmaß stecken. Nacional kickte gegen La Equidad aus Bogotá ängstlich und blieb auf der Strecke, weil es nicht vom Weg abkam. Mit América de Cali und den Millonarios aus Bogotá trafen zwei Teams aufeinander, die beide bereits 15mal Meister waren. América konnte sich aber erst am letzten Spieltag qualifizieren und ist auch schon wieder draußen. Vizemeister Independiente Santa Fe (Bogotá) wurde von Junior (Barranquilla), beide neunmal Meister, eliminiert. Das Spiel zwischen Deportivo Cali und Deportes Tolima (Hinkampf 0:3) wurde auf den kommenden Sonnabend verlegt. Die Halbfinals starten am 15. Mai.

1.000 Abos jetzt

Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

Mehr aus: Sport