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Aus: Ausgabe vom 04.05.2021, Seite 1 / Betrieb & Gewerkschaft
Ausbeutung im Werk

Streikwelle bei Amazon

Arbeitsausstand an sieben Standorten: Verdi fordert Anerkennung der Flächenverträge
Von Emre Sahin
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Bundesweit bestreikt: Amazon-Werke (Mannheim, 17.9.2019)

Beschäftigte des Onlineriesen Amazon haben am Montag sieben Versandzentren des Konzerns in der BRD bestreikt. André Scheer, Gewerkschaftssekretär bei Verdi im Fachbereich Handel, rechnete mit der Teilnahme von bis zu 2.500 Beschäftigten. Aufgrund der Coronapandemie habe es jedoch keine großen Kundgebungen gegeben, die Streikenden seien aufgefordert worden, zu Hause zu bleiben, sagte Scheer gegenüber jW. Ob die Arbeitsabläufe an den einzelnen Standorten gestört wurden, konnte bis jW-Redaktionsschluss noch nicht ausgewertet werden. Bei Streiks in Betrieben in der BRD würden in der Regel Amazon-Standorte in Polen einspringen, die nur für den deutschen Markt produzieren würden, so Scheer. »Allerdings ist dieser Montag ein Feiertag in Polen, so dass es Auswirkungen auf die betrieblichen Abläufe geben könnte.«

Grund für den Arbeitsausstand in den Betrieben in Werne, Leipzig, Rheinberg, Bad Hersfeld (zwei Standorte), Koblenz und Graben sind die Tarifverhandlungen für den Einzel- und Versandhandel. Die Gewerkschaft fordert vom Konzern u. a. die Anerkennung der Flächentarifverträge.

»Die jüngsten Medienberichte etwa über das Verbot von FFP-2-Masken bei Amazon in Winsen/Luhe zeigen einmal mehr, wie notwendig verbindliche Regelungen bei Amazon sind«, erklärte Orhan Akman, der bei Verdi für den Einzel- und Versandhandel zuständig ist, in einer Pressemitteilung. Der Gewerkschafter kritisierte, dass Amazon zwar Anfang vergangenen Jahres Mitglied im Handelsverband Deutschland (HDE) geworden ist, sich aber weiter der Tarifbindung entziehen will. »Wir fordern in den Tarifrunden der verschiedenen Bundesländer Gehaltssteigerungen von 4,5 Prozent plus 45 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem darf kein Stundenlohn unter 12,50 Euro liegen.«

Akman wies auch die Behauptungen zurück, wonach der Konzern bereits jetzt Gehälter oberhalb der Tarif­löhne zahle: »Das ist eine Mogelpackung. Weder Einmalzahlungen, noch Corona- und Streikbruchprämien oder die Ausgabe einzelner Aktien sind ein Ersatz für existenzsichernde Tariflöhne.«

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