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Aus: Ausgabe vom 30.04.2021, Seite 4 (Beilage) / Wochenendbeilage
Bildreportage

Kulturgut Tanz

Kubas renommierte Nationale Ballettschule verfolgt seit der Revolution 1959 eigenständigen und erfolgreichen Weg
Von Santiago Barreiro
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Ein langer Tag: Von acht Uhr morgens bis abends um zehn wird nicht nur Tanz, sondern unter anderem auch Geschichte, Mathe und Französisch unterrichtet

Die Nationale Ballettschule »Fernando Alonso« in Kuba ist mit über 3.000 Studierenden die größte Institution ihrer Art weltweit. Gegründet 1931, zu dieser Zeit noch unter dem Namen »Escuela Nacional de Ballet de la Sociedad Pro Arte Musical«, ist sie auch eine der wichtigsten professionellen Ausbildungseinrichtungen für Tanz. Der Sieg der Revolution 1959 ermöglichte eine Politik, die Kultur als zentrales Element zur Unterrichtung und Außendarstellung des kubanischen Volkes sieht. Hier trat Fidel Castro in Aktion. Er subventionierte die Schule und unterstützte in hohem Maße die pädagogische Philosophie der Familie Alonso (Fernando, Alberto und Alicia), die bis dahin mit begrenzten privaten Mitteln arbeiten musste. Nun ist die Einrichtung Teil der Nationalen Kunstschule.

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Besonderes Augenmerk: Die Förderung talentierter Jungen soll das Bild des feminisierten Tanzes aufbrechen

Mit dieser Eingliederung des Bereichs Tanze in staatliche Strukturen konnten viele Fortschritte erreicht werden. Doch die vielleicht wichtigste Festlegung war jene, die es der Schule erlaubte, auf der Suche nach neuen Talenten in die staatlichen Waisenhäuser zu gehen. Dort suchten sie vor allem nach jungen Männern, die noch nicht von gesellschaftlichen Konventionen beeinflusst waren, die den Tanz feminisierten. Davon lebt die Nationale Ballettschule und kann sich der Ausbildung großartiger Tänzer rühmen – mit einer einzigartigen Technik, aber vor allem mit einer großen Zahl männlicher Absolventen.

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Die Jüngsten müssen mit viel Liebe und Respekt erst einmal lernen, ihren Körper als künstlerisches Werkzeug zu begreifen

In dieser neuen Phase des Aufschwungs und mit der großen politischen und ökonomischen Unterstützung wurde der Grundstein der kubanischen Ballettausbildung gelegt, die von den Alonsos bereits privat kultiviert worden war. Zu dieser Zeit und mit Fernando Alonso an der Spitze der Institution wurden die Prinzipien der russischen, US-amerikanischen und französischen Schulen übernommen, um daraus einen eigenen, weltweit anerkannten pädagogischen Stil zu entwickeln. Ein Erbe, das die heutige Direktorin Ramona de Saá fortzuführen wusste.

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Bis an die Grenzen: Die großen Ballettwerke aus dem klassischen Repertoire stellen hohe technische und kreative Anforderungen

Heute ist die Schule Vollzeit in Betrieb und verbindet Grund-, Primär- und Sekundarschulbildung mit Ballett- und Repertoireunterricht, bildet Tänzer und Lehrer aus und gibt Abiturienten das nötige Rüstzeug, um andere Berufe ergreifen zu können. Gleichheit als Grundsatz, gegenseitiger Respekt, Disziplin und harte Arbeit sind täglicher Bestandteil des Lebens in diesem sinnbildlichen Gebäude in der Paseo del Prado in Havanna.

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Spaß ist ebensowichtig: Die Ballettschule verbindet den harten Trainingsalltag mit einem menschlicheren Umgang als gemeinhin in solchen Institutionen üblich

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