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Aus: Ausgabe vom 27.04.2021, Seite 7 / Ausland
Konflikt um Donbass

Spionageflug abgebrochen

US-Drohne verliert über Ostukraine »Kontakt«
Von Reinhard Lauterbach
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Truppenbesuch statt Friedensgesprächen mit Wladimir Putin: Ukraines Präsident Wolodimir Selenskij im Donbass (9.4.2021)

Nach der Ankündigung Russlands, seine Manöver entlang der Grenze zur Ukraine zu beenden und die Truppen bis Ende der Woche in ihre Garnisonen zurückzuführen, haben die USA ihre Spionageaktivitäten im Grenzgebiet verstärkt. Am Wochenende wurden nicht nur die US-Militärflugzeuge des Kalten Krieges vom Typ »U-2« reaktiviert und überflogen die Region, sondern auch Aufklärungsdrohnen vom Typ »Global Hawk« eingesetzt. Diese Apparate waren trotz russischer Warnungen bereits in den vergangenen Wochen ständig entlang der Schwarzmeerküste Russlands unterwegs.

Jetzt scheint Moskau seinen Warnungen etwas mehr Nachdruck verliehen zu haben. Wie ukrainische Medien am Montag meldeten, brach eine der »Global Hawks« einen Flug über die Ostukraine kurz vor der russischen Grenze abrupt ab – wegen »Kontaktverlust zur Basis« über dem Gebiet Charkiw. Die Drohne wurde nach ukrainischen Darstellungen über eine Notfrequenz zur Basis zurückbeordert – anderenfalls hätte ihr der Absturz gedroht. Ukrainische und russische Medien spekulierten darüber, dass das russische Militär eine Probe seiner Fähigkeiten bei der elektronischen Kampfführung gegeben und das Funksignal gestört habe. Eine Stellungnahme aus Moskau gibt es nicht.

Währenddessen führt die ukrainische Regierung ihren Kampf gegen oppositionelle Medien im Lande fort. Seit dem Wochenende blockieren Google und sein Tochterunternehmen Youtube die Videos der drei Anfang Februar von der Kiewer Regierung aus den Kabelnetzen geworfenen Fernsehsender News One, ZiK und 112. Nutzer mit ukrainischen IP-Adressen bekommen eine Meldung gezeigt, wonach die Inhalte »in Ihrem Land auf Wunsch der staatlichen Behörden gesperrt« seien.

Auf der politischen Ebene streitet man in Kiew darüber, ob Präsident Wolodimir Selenskij sich mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin treffen soll. Während der nationalistische Flügel dies ablehnt, erinnert die sozialdemokratische Opposition Selenskij an sein Versprechen, sich im Interesse einer Friedensregelung »selbst mit dem Teufel persönlich« treffen zu wollen.

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