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Aus: Ausgabe vom 21.04.2021, Seite 11 / Feuilleton
Die K-Frage

Ein Tisch für zwei

Von Jörg Werner
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»Ach, Robert ... Du suchst immer nach so sanften Lösungen.« Baerbock und Habeck (2019)

Im abgetrennten Bereich eines bekannten italienischen Restaurants in Berlin-Kreuzberg. Ein Tisch für zwei.

Habeck: »Was machen wir jetzt? Die werden doch ewig nicht fertig. Und wir können mit unserer Pressemitteilung nicht warten, bis wir wissen, wer es bei denen ist.«

Baerbock: »Also, Robert, ich hab’ es ja nun x-mal gesagt: Dann müssen wir uns eben jetzt für mich entscheiden, das ist doch klar. (dezidiert) Ich kann doch mit beiden. Armin wickel’ ich um den Finger. Und den Söder, den quatsch’ ich einfach permanent zu.«

H.: »Na ja, mit dem Söder möchte ich ja auch nicht unbedingt … aber was ist denn mit unserer Außendarstellung, von wegen Traumpaar und so. Ich meine, siehst du wirklich keine Chance, dass wir vielleicht doch gemeinsam … oder so? Dann wäre es ja auch egal, wer von den beiden anderen dann durchstartet …«

B.: (fast zärtlich) »Ach, Robert … du suchst immer nach so sanften Lösungen. (nachsichtig) Aber das haben wir doch schon x-mal …«

H.: »Ja, ich will aber auch nicht als Hausmann versauern oder als Traumschwiegersohn in der Frau am Sonntag

B.: (empathisch) »Jetzt kommst du langsam auf den Punkt: Wenn ich kandidiere, dann finden das doch alle ganz toll von dir, dass du mir den Vortritt gelassen hast.«

H.: »Und was, wenn du nicht die neue Merkel wirst?«

B.: »Dann wirst beim nächsten Mal du belohnt, weil du so selbstlos warst.«

H.: (blickt zu Boden; blickt an die Decke.; nimmt sich nachdenklich eine Handvoll Erdnüsse; blickt wieder zurück auf B.) »… Und … wie wär’s dann mit Schnick-Schnack-Schnuck?«

*

Ein kleiner Besprechungsraum, Adenauer-Porträt, eine Anrichte mit Säften. Ein CDU-Mitarbeiter hat listigerweise ein Sixpack Weizenbier reingeschummelt. Söder Wasser, Laschet Saft.

Laschet: »…«

Söder: »Ähem …«

L.: (blickt auf die Uhr) »Also …«

S..: »Ja, Armin, sag’ ich doch …« (wirft einen verstohlenen Blick auf das Sixpack)

L.: »Also, wir waren uns ja einig, dass wir noch über die Frage der …«

S.: (unterbricht ihn) »Armin, nun lass es sein, Himmelherrgottsakra. Darum geht’s doch gar nicht.«

L.: (schon leicht verzweifelt) »Ja, aber was machen wir denn dann, wenn’s die Baerbock wird und dann einfach dauernd drauflosquatscht. Wenn du die ausbremst, dann bist du doch der Macho.«

S.: »Ich bin doch nicht blöd. Ich lass’ die einfach reden … und dann mach’ ich das, was ich will. (nach kurzer Pause) Aber bitte! Wenn du willst, dann brems’ du die doch aus. Dann bist du mal der Macho.«

L.: »Ach, Markus, das finde ich jetzt nicht zielführend von dir.«

S.: (gibt sich einen Ruck, steht auf und nimmt sich ein Weizenbier vom Büfett)

L.: »Ach … bringst du mir noch einen Traubensaft mit?«

S.: »Du hast doch noch!« (setzt sich wieder, gießt ein)

L.: (schaut in sein halbleeres Glas) »Und wenn’s der Habeck wird?«

S.: (nimmt einen großen Schluck, atmet aus, stellt das Glas laut auf den Tisch; drohend) »Dann hat das Burschi bei mir schlechte Karten. Und vergiss nicht: Der sieht besser aus als du.« (nickt, nimmt einen noch größeren Schluck, steht auf und geht mit dem leeren Glas zur Tür; L. sackt leicht zusammen.)

L.: (alarmiert) »Markus! Was ist denn jetzt los?«

S.: (Stellt das Glas an der Tür ab) »Armin …(nachsichtig) Jetzt muos I a mol … «

(geht durch die Tür, kommt aber sofort wieder in den Raum, hinter vorgehaltener Hand) »Kanzler wärn!« (ab).

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