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Aus: Ausgabe vom 24.04.2021, Seite 1 / Inland
Coronaimpfung

Schneller impfen ohne Priorisierung

Präparat von Astra-Zeneca teilweise freigegeben. Ärztekammer fordert Lockerung bei Impfpriorisierung
Von Kristian Stemmler
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Einige Verbände fordern Lockerungen der Impfpriorisierungen. Aufrufe könnten dann schneller erfolgen (Symbolbild)

Die Bundesärztekammer hat mehr Schnelligkeit beim Impfen gegen das Coronavirus gefordert. Es sei »nicht hinnehmbar, dass in Deutschland mehr als fünf Millionen Impfdosen ungenutzt gelagert werden, während sich täglich Tausende Menschen neu mit Corona infizieren«, sagte Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Freitag. Das Ziel müsse sein, schnellstmöglich viele Menschen zu immunisieren. Dafür müssten die in den Impfzentren zurückgehaltenen Reserven für die Zweitimpfung soweit wie möglich aufgelöst werden. Alle weiteren ungenutzten Impfdosen sollten so schnell wie möglich an die Arztpraxen weitergegeben werden, so Reinhardt.

Dass mehrere Bundesländer, so Sachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, bei der Impfung des Vakzins von Astra-Zeneca auf eine Priorisierung verzichten, wertete Reinhardt als Vertrauensbeweis für die niedergelassenen Ärzte. Er hoffe sehr, »dass wir bundesweit gänzlich auf Priorisierungen verzichten können, wenn, wie angekündigt, ab Ende Mai ausreichend Impfstoffe für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen«, so der Kammerpräsident. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Donnerstag in Aussicht gestellt, dass im Juni die Priorisierung beim Impfen aufgehoben werden könnte.

Auch in anderen Bundesländern wurden Stimmen für ein sofortiges Ende der Priorisierung laut. So haben die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) in Hessen und Bremen eine sofortige Lockerung der Reihenfolge gefordert, um auch Menschen impfen zu können, die unter 60 Jahre alt sind. In Hamburg befürwortete die Gesundheitsbehörde mehr Flexibilität im Umgang mit Astra-Zeneca – allerdings nur, wenn genügend Impfstoff bereitstehe.

In Deutschland wurden bisher 22,2 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das ging aus dem Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervor. So wurden bislang insgesamt etwa 24,3 Millionen Impfungen verabreicht, knapp 18,5 Millionen Erstimpfungen und gut 5,8 Millionen Zweitimpfungen.

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

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