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Aus: Ausgabe vom 21.04.2021, Seite 11 / Feuilleton
Deak

Der Charme der Zahlen

Von Dusan Deak
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»405.816 geteilt durch 31, äh, und ...«: Laschet rechnet sich Chancen aus

Armin Laschet ist nicht nur der beste CDU-Kanzlerkandidat, den die Bundesrepublik je hatte, sondern auch einer der begabtesten Mathematiker und Zahleninterpreten des Landes. Nach dem von ihm entdeckten »Laschet-Gesetz« konnte er 77,5 Prozent (beziehungsweise 67,4 Prozent, wenn man die Enthaltungen nicht mitzählt) der gesamten CDU von seiner Kanzlerkandidatur überzeugen und hinter sich versammeln. Genauer 31 von 46 anwesenden Personen (neun Gegenstimmen, sechs Enthaltungen) des sogenannten CDU-Bundesvorstandes, der nach Laschets Überzeugung Arbeiter, Konzerne, Lokalpolitiker, Europäer, Kinder, Erwachsene, Lebende, Verstorbene und Julia Klöckner repräsentiert – also alles und nichts.

Bezogen auf die 405.816 CDU-­Mitglieder (Stand 2019) sind es also ungefähr 0,00764 Prozent der Partei, also eine klare und eindeutige Mehrheit und eine breite Unterstützung, genau wie es Markus Söder verlangte. Umgerechnet auf die 83,03 Millionen Bundesbürger zeigt der Taschenrechner einen Wert von 5,2992894e-05. Fachleute interpretieren diesen Wert als Verbot, Armin Laschet in den nächsten 1.000 Jahren, oder 40 Generationen, als Kanzlerkandidaten in Betracht zu ziehen.

Anders sehen es Armin Laschet und seine getreuen untoten Parteifreunde Volker Bouffier, Wolfgang Schäuble und Elmar Brok. Sie erblicken in dem Abstimmungsergebnis ein Angebot, dass Laschet nicht ablehnen kann, und einen unbedingten Ruf zu seiner Kanzlerkandidatur. Auch Söder wird sich dem Charme der Zahlen nicht entziehen können.

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