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Aus: Ausgabe vom 21.04.2021, Seite 5 / Inland
Keine Gelegenheit

Verbraucher ohne Kauflaune

Studie: Ausgaben für privaten Konsum im vergangenen Jahr kräftig gesunken. Einbruch so stark wie seit 70 Jahren nicht
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Nicht viel los: Flaniermeilen bleiben coronabedingt beinahe menschenleer (Bonn, 10.2.2021)

Die Verbraucher hierzulande haben im Coronajahr 2020 nach Berechnungen des kapitalnahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Durchschnitt mindestens 1.250 Euro weniger für den privaten Konsum ausgegeben als im Jahr vor der Krise. In der Summe entspreche das einem Rückgang der Konsumausgaben um mindestens 104 Milliarden Euro, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Forschungsinstituts.

Im Vergleich zum Jahr 2019 sei der Konsum um 6,1 Prozent eingebrochen – so stark wie seit 70 Jahren nicht. Für das erste Quartal 2021 beziffern die Forscher den Konsumausfall auf weitere 40 bis mehr als 60 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Rheinische Post über die Studie berichtet.

Besonders wenig hätten die Bundesbürger 2020 sogenannte kurzlebige Konsumgüter wie Kleidung oder Schuhe gekauft, betonen die Autoren der Studie. Der Kauf langlebiger Konsumgüter wie Autos oder Möbel sei im Zuge des ersten Shutdowns zwar auch zurückgegangen, die Nachfrage habe aber im zweiten Halbjahr 2020 um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt – was der Studie zufolge auch an der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung gelegen haben dürfte.

Der Einbruch bei Dienstleistungen sei um ein Vielfaches höher gewesen. Im gesamten Jahr 2020 habe sich der Rückgang auf 78 Milliarden Euro summiert. Das seien mehr als zwei Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. »Die staatlich verordnete Schließung von körpernahen Dienstleistungen, Gastronomiebetrieben, Hotels, Freizeit- und Veranstaltungseinrichtungen habe viele Konsumwünsche unmöglich gemacht«, beklagte IW-Wissenschaftler Hubertus Bardt und ignorierte dabei geflissentlich den Infektionsschutz für Beschäftigte.

In Kauflaune seien die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin nicht. Nach einer vom IW gemeinsam mit anderen Forschungsgruppen durchgeführten Befragung wollen 43 Prozent den Teil ihres Einkommens sparen, der nach den grundlegenden Ausgaben übrigbleibt. Normalerweise seien es weniger als 30 Prozent. Zudem habe nur ein Drittel der Befragten angegeben, derzeit Ausgaben für einen Urlaub einzuplanen – normalerweise seien es 45 bis 50 Prozent. (dpa/jW)

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