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Aus: Ausgabe vom 21.04.2021, Seite 3 / Schwerpunkt
Miguel Díaz-Canel

Symbol für Generationenwechsel

»Revolutionär mit besten Voraussetzungen«: Der neue Vorsitzende der KP Kubas, Díaz-Canel
Von Volker Hermsdorf
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»Wir sind Kontinuität«: Plakat zum VIII. Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas mit den Konterfeis von Fidel Castro, Raúl Castro und Miguel Díaz-Canel (v. l. n. r., Havanna, 12.4.2021)

Einen Tag vor seinem 61. Geburtstag ist Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel am Montag zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) gewählt worden. Genau drei Jahre zuvor hatte der gelernte Elektronikingenieur bereits den Vorsitz des Staats- und Ministerrats übernommen und wurde – nachdem die Ämter des Staats- und des Regierungschefs entsprechend der seit April 2019 geltenden neuen Verfassung getrennt worden waren – am 10. Oktober 2019 zum Präsidenten der Republik und damit zum Staatsoberhaupt Kubas gewählt.

»Dieser Mann an der Spitze des Landes ist nicht das Ergebnis von Improvisationen«, sondern der wohlüberlegten Auswahl »eines jungen Revolutionärs mit den besten Voraussetzungen, in höhere Positionen aufzusteigen«, hatte der scheidende Parteichef Raúl Castro am Freitag bei der Vorstellung seines Rechenschaftsberichts über seinen Nachfolger gesagt. Der 16 Monate nach dem Sieg der Revolution geborene Díaz-Canel steht wie kaum jemand sonst für den Generationenwechsel auf der Insel. Als seine Landsleute vor 60 Jahren die CIA-Söldner in der Schweinebucht besiegten, war er einen Tag später ein Jahr alt geworden. Mit ihm steht jetzt zum ersten Mal seit Gründung der heutigen KP Kubas am 3. Oktober 1965 ein Vertreter der Generation an der Spitze der Partei, die nicht das eigene Leben im revolutionären Kampf für die Unabhängigkeit des Landes riskiert hat.

Der am 20. April 1960 in Placetas, einer kleinen Stadt im Zentrum der Insel, als Sohn eines Lehrers und einer Brauereiarbeiterin geborene Miguel konnte in Kuba nach der Revolution trotz einfacher Herkunft ein Universitätsstudium aufnehmen, das er 1982 als Elektronikingenieur abschloss. Im selben Jahr trat er in die Revolutionären Streitkräfte ein und leistete bis 1985 seinen Wehrdienst in einer Flugabwehreinheit. Seine seit 1987 anschließende Lehrtätigkeit als Professor an der Zentralen Universität von Las Villas verband er mit der Tätigkeit als politischer Leiter der Union der Jungen Kommunisten (UJC) an der Universität. 1989 nahm Díaz-Canel an einer internationalistischen Mission in Nicaragua teil. Danach bekleidete er verschiedene Positionen in der Jugendorganisation, bis er zunächst als Erster Sekretär des Provinzkomitees der UJC in Villa Clara und 1993 zum Zweiten Sekretär des Jugendverbandes auf nationaler Ebene gewählt wurde.

In der kubanischen Bevölkerung genießt Díaz-Canel hohe Anerkennung, die er sich bereits als Erster Sekretär der PCC in den Provinzen Villa Clara (seit 1994) und Holguín (seit 2003) erwarb. Nachdem er 2003 auf Vorschlag Raúl Castros als bis dahin jüngstes Mitglied in das Politbüro der KP gewählt worden war, wurde der Jungpolitiker auch landesweit bekannter. Als Bildungsminister (2009–2012) konnte er erste Regierungserfahrungen sammeln, im März 2012 wurde er zum Vizepräsidenten des Ministerrats gewählt. Der Oberstleutnant der Revolutionären Streitkräfte steht im Ruf, einerseits für Kontinuität bei der Weiterentwicklung des sozialistischen Gesellschaftsmodells Kubas und andererseits für einen oft unkonventionellen, frischen Politikstil zu stehen.

Zeitgleich mit der Wahl von ­Díaz-Canel an die Spitze des Staates begann US-Präsident Donald Trump damit, die Blockade gegen Kuba stark auszuweiten. Trotz der sich dadurch Jahr für Jahr verschärfenden Versorgungskrise konnte Díaz-Canel durch Basisnähe und einen transparenten Regierungsstil in weiten Teilen der Bevölkerung Vertrauen und Zustimmung gewinnen.

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