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Aus: Ausgabe vom 17.04.2021, Seite 1 / Inland
Coronapandemie

Intensivmediziner schlagen Alarm

Weiter sinkende Kapazitäten in Kliniken. Bundestag debattiert Pandemiegesetz
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Intensivplätze für Covidpatienten werden in den Krankenhäusern immer knapper (Greifswald, 23.11.2020)

Die Krankenhäuser sind an der Belastungsgrenze. Überschritten sei diese nocht nicht, »aber viele Kliniken sind kurz davor«, warnte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, am Freitag. Das gelte für normale Stationen, insbesondere aber für die Intensivmedizin. »Insgesamt bedeutet das für die Krankenhäuser, dass man wieder mehr und mehr andere Eingriffe und Behandlungen zurückfahren muss, um Kapazitäten für Coronapatienten zu schaffen«, erklärte Reinhardt.

In einzelnen Regionen seien »zwar noch einige Betten frei«, berichtete der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, am Freitag in der Onlinesendung »Leben in Zeiten von Corona« des Mannheimer Morgen. Es gebe ihm zufolge jedoch Ballungsgebiete wie Köln, Bremen und Berlin, »wo es richtig knapp wird«. Patienten würden von dort ausgeflogen und konkurrierten in anderen Regionen mit zu Behandelnden etwa mit Herzinfarkten, nach Notfalloperationen und Unfällen. Auf Intensivstationen werden nun 4.740 an Covid Erkrankte behandelt, wie aus dem Tagesreport des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag mit Daten des DIVI-Intensivregisters hervorgeht.

Entsprechend sieht sich die Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) derzeit unter Zeitdruck, ihren Entwurf für ein geändertes Infektionsschutzgesetz, das dem Bund die zentrale Kompetenz im Vorgehen gegen die Coronapandemie verleihen soll, erst durch den Bundestag und dann durch den Bundesrat bewilligen zu lassen. Merkel rief in der ersten Debatte am Freitag in Berlin entsprechend zur Eile bei der geplanten bundesweiten »Coronanotbremse« auf. Kritik wies Merkel zurück. Ausgangsbeschränkungen seien keine neue Erfindung, sondern bereits jetzt im Infektionsschutzgesetz angelegt. Andere Länder handhabten sie wesentlich restriktiver als Deutschland.

Generelle Ablehnung der Pläne signalisierten die Fraktionen von Die Linke sowie von der AfD. Die FDP drohte sogar mit einer Verfassungsklage. Die Verabschiedung durch den Bundestag ist für kommenden Mittwoch geplant. Kurz darauf soll der Bundesrat entscheiden. (dpa/AFP/jW)

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Barbara Westphal: Teil des Systems Haben diese Mediziner auch Alarm geschlagen, als das neue Gesetz zur besseren Bezahlung bei Coronaauslastung von mehr als 75 Prozent auf Intensivstationen zu einer nachweisbaren Senkung der Bettenkapa...

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