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Aus: Ausgabe vom 16.04.2021, Seite 1 / Ausland
FREE MUMIA ABU-JAMAL

Mumia Abu-Jamal für Herzoperation verlegt

Inhaftierter US-Bürgerrechtler wieder in Krankenhaus. Solidaritätsproteste angekündigt
Von Jürgen Heiser
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Proteste gegen die Inhaftierung von Mumia Abu-Jamal am 14. April 2015 in New York

Der Gesundheitszustand des US-Bürgerrechtlers Mumia Abu-Jamal ist besorgniserregend. Er wurde am Mittwoch erneut in eine Klinik außerhalb des Staatsgefängnisses SCI Mahanoy in Pennsylvania verlegt. Das erfuhr junge Welt Donnerstag morgen durch eine Eilmeldung des kalifornischen Prison Radio. Der »Veteran der Black Panther Party und politische Gefangene hatte seit dem Wochenende Herzbeschwerden«, berichtete Noelle Hanrahan. Für Donnerstag sei »eine akute Herzoperation vorgesehen« gewesen. Zum Redaktionsschluss lagen jW noch keine Informationen vor, ob diese Operation durchgeführt wurde und wie es Abu-Jamal geht.

Sein mit Vollmacht ausgestatteter Vertrauensarzt Ricardo Alvarez veröffentlichte unterdessen ein Schreiben an das »medizinische und Verwaltungspersonal in den Vertragskrankenhäusern des SCI Mahanoy«, in dem er »eine gefährliche Lücke in der Kommunikation« kritisierte. Mehrere Stunden lang habe er sich »intensiv bemüht, einen Befund über Mumias Gesundheitszustand zu erhalten«. Ihm sei lediglich Abu-Jamals »Verlegung zu einer Herzoperation« genannt worden, nicht jedoch »die vollständigen Einzelheiten seiner medizinischen Versorgung«.

Alvarez verlangte sofortige Aufklärung und dass die Verantwortlichen Abu-Jamal unverzüglich den Kontakt zu seiner Frau, seiner Familie und seinen juristischen und persönlichen Beiständen ermöglichen. Vor allem forderte der Arzt, »jede Fesselung des Herzkranken zu unterlassen«. Abu-Jamals schwere Vorerkrankungen »nach jahrzehntelanger Haft und gerichtlich attestierter medizinischer Nichtversorgung« erforderten eine »ethische und mitfühlende Pflege«. Bei seinem letzten Klinikaufenthalt Anfang März wegen Covid-19 in Verbindung mit einer Herzinsuffizienz hatte Abu-Jamal eine Tortur erlitten, als er vier Tage mit Händen und Füßen ans Bett gefesselt war.

Wie das Jamal Journal und »Mobilization for Mumia« berichten, werden international derzeit Proteste vorbereitet. Am Sonnabend findet in Frankfurt am Main um 18 Uhr eine Kundgebung vor dem US-Generalkonsulat statt.

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