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Angst vor dem Aufstieg

Von Gabriele Damtew
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Am wenigsten schlecht: Fatih Kaya bringt Ingolstadt vorübergehend gegen Bayern München II in Führung

Wäre die Dritte Liga eine Serie, hätte die vergangene Folge, der 31. Spieltag, den Titel »Angst vor dem Aufstieg« tragen können. Keine der drei führenden Mannschaften konnte in ihren Spielen gegen Gegner aus der Abstiegszone gewinnen, geschweige denn überzeugen.

Am wenigsten schlecht machte seine Sache der drittplazierte FC Ingolstadt gegen Vorjahresmeister Bayern München II. Die erste Halbzeit war bedeutungslos, im letzten Viertel gingen die Schanzer zumindest zweimal in Führung. Doch die »kleinen Bayern« kamen durch einen verwandelten Handelfmeter zum Anschlusstreffer, und in der Nachspielzeit gelang das endgültige Remis.

Hansa Rostock als Zweiter hätte mit einem Sieg gegen Magdeburg gar an die Spitze der Tabelle hüpfen können, was Coach Jens Härtel schnell abwiegelte, denn »wichtig ist nach 38 Spieltagen«. Obwohl man jetzt schon mal öfter auf die Tabelle schaue. Wohl nicht oft genug. Understatement statt Motivation war auch schon zu Magdeburger Zeiten seine Grundeinstellung. Und mit sechs ehemaligen FCM-Spielern im ­Hansa-Kader scheint Härtel irgendwie in einer Zeitschleife gefangen. Anders die schon totgeglaubten Magdeburger, die nach fünf Wochen unter Christian Titz (Trainer Nummer fünf seit der Ära Härtel) zu neuer Spielfreude und daraus resultierender Durchschlagskraft gefunden haben. Drei Siege in Folge zu Null halfen bei der Befreiung aus dem Abstiegssumpf. Auch im Ostseestadion wirkten die Magdeburger agiler und vielseitiger als die Hansa. Nach genauer Flanke von Andreas Müller gelang Stürmer Baris Atik wieder ein Tor (25. Minute), wie schon in den Vorwochen bei den Siegen gegen Ingolstadt und Kaiserslautern. Der Junge hat einen Lauf. Zur Verteidigung Rostocks seien der Pfostentreffer aus spitzem Winkel von Bentley Baxter Bahn und das knappe Abseitstor von Torjäger John Verhoek genannt. Zählbar für Magdeburg war der clever herausgeholte Elfmeter, den Sören Bertram in der 90. Minute zum 2:0 verwandelte.

Am Sonntag trat Tabellenführer Dresden bei Schlusslicht Unterhaching an. Die klare Sache war aber aus Papier. Dresden konnte seine anfänglichen Chancen (zweimal Marvin Stefaniak) nicht nutzen und zerbröckelte förmlich nach dem Kopfballtor durch Hachings Stephan Hain kurz vor der Pause. Ein von Christoph Greger verwandelter Foulelfmeter gab Dresden den Rest. Die SG führt mit einem Punkt Vorsprung aber weiter die Tabelle an.

Gewinner des Spieltags ist 1860 München, das durch ein verdientes 3:2 gegen Verl nur noch vier Punkte hinter Ingolstadt liegt und den drei anderen Druck im Aufstiegskampf bereitet. Apropos Druck: Halles Trainer Florian Schnorrenberg darf dank des Last-minute-Siegs seines Teams seinen Arbeitsplatz behalten. Torjäger Terrence Boyd, der den jobsichernden Siegtreffer technisch und dramaturgisch raffiniert erzielte (zweite Minute der Nachspielzeit), musste sich nach der Umarmung mit dem Coach erst mal übergeben, im grausamen Profialltag ein Hauch von Liebe.

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