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Online Extra
06.04.2021, 19:26:50 / Ausland

Bulgarien womöglich vor Neuwahlen

Wähler am Sonntag beim Lesen der Aushänge mit den Wahlmöglichkei
Wähler am Sonntag beim Lesen der Aushänge mit den Wahlmöglichkeiten vor einem Wahllokal in der Stadt Bankja

Sofia. In Bulgarien herrscht zwei Tage nach der Parlamentswahl Ungewissheit über die Bildung einer neuen Regierung. Neuwahlen werden nicht ausgeschlossen. »Höchstwahrscheinlich bewegen wir uns hin zu baldigen Neuwahlen«, sagte der Mitvorsitzende der Protestkoalition Demokratisches Bulgarien (DB), Hristo Iwanow, am Dienstag im TV-Sender bTV. Iwanow lehnte ein Angebot von Ministerpräsident Boiko Borissow an die Parteien ab, eine gemeinsame, zeitlich bis Dezember begrenzte Regierung aus »Experten« zu bilden. Borissows EU-freundliche Partei GERB gewann die Wahl am Sonntag mit 26 Prozent, verfehlte aber klar die absolute Mehrheit. Der bisherige Juniorpartner in Borissows Koalitionsregierung, die nationalistische WMRO, scheiterte mit 3,6 Prozent an der Vier-Prozent-Hürde.

Insgesamt sechs teils zerstrittene Parteien werden in das neu gewählte Parlament einziehen. Klare Mehrheiten zeichnen sich nicht ab. Das von Borissow in der Nacht nach der Wahl ins Gespräch gebrachte »Expertenkabinett« lehnten neben DB (9,4 Prozent) auch die oppositionellen Sozialisten (15 Prozent) sowie die Protestparteien »Es gibt so ein Volk« (17,6 Prozent) des TV-Moderators und Kabarettisten Slawi Trifonow und »Richte dich auf! Mafiosi raus!« (4,7 Prozent) ab. (dpa/jW)