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Aus: Ausgabe vom 08.04.2021, Seite 2 / Ausland
US-Provokationen

Kein Ende der Provokationen

Bejing verwirrt über US-Überlegungen zu Boykott Olympischer Spiele
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Testveranstaltung zur Winterolympiade in Beijing am Mittwoch

Die Volksrepublik China hat den USA am Mittwoch eine »Politisierung des Sports« wegen der Überlegungen zu einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Beijing vorgeworfen. US-Außenamtssprecher Edward Price hatte am Dienstag für Verwirrung gesorgt, als er sagte, ein Boykott der Spiele sei »etwas, worüber wir uns auf jeden Fall Gespräche wünschen«. Wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen gegenüber der muslimischen Minderheit der Uiguren im Nordwesten Chinas hatten zuvor schon republikanische Politiker zu einem Boykott der Spiele aufgerufen. Beijing nannte die damit verbundenen »Genozid«-Vorwürfe am Mittwoch »die Lüge des Jahrhunderts«.

Mit Blick auf einen möglichen Boykott der Spiele sagte der Sprecher des Außenministeriums Zhao Lijian in Beijing: »Ich möchte betonen, dass eine Politisierung des Sports dem Geist der olympischen Charta entgegensteht.« Der Vorstoß schade den Rechten der Sportler und der »globalen olympischen Sache«. Die Initiative werde »von der internationalen Gemeinschaft nicht akzeptiert« werden. Gleichzeitig sagte der Sprecher, die USA hätten ihre Aussagen später erläutert und klargemacht, dass sie keinen Boykott anstrebten. Ähnlich formulierte es das US-Außenministerium in einem Statement an den TV-Sender CNBC.

Price betonte via Kurznachrichtendienst Twitter, Washington habe »keine Ankündigung in bezug auf Olympia in Beijing« zu machen. Die Regierung werde aber »weiterhin eng mit unseren Verbündeten und Partnern beraten, um unsere gemeinsamen Sorgen zu definieren und eine gemeinsame Herangehensweise« hinsichtlich der Olympischen Spiele in Beijing zu finden. Ein »koordinierter Ansatz« sei nicht nur im US-Interesse, sondern auch im Interesse verbündeter Staaten.

Die Reaktion in Berlin war zunächst verhalten. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte in Berlin, es gelte die »Autonomie des Sports«. Dieser entscheide im Regelfall selbst, wer an den Spielen teilnehme. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte bereits im März erklärt, dass es von einem Boykott wenig halte. Präsident Thomas Bach bezeichnete dies in den ARD-»Tagesthemen« als »falsche Antwort auf solche Fragen«. (AFP/sid/jW)

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