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Aus: Ausgabe vom 08.04.2021, Seite 1 / Inland
Coronapandemie in der BRD

Bundesregierung für kurzen »Lockdown«

Ministerpräsidenten von NRW und Bayern fordern einheitliche Beschränkungen
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Hoffnungen auf weitreichende Impfungen werden zuletzt von fehlenden Impfstoffen zerschlagen (Symbolfoto, 7.4.2021)

Erneut bringt die Bundesregierung einen »Lockdown« ins Spiel – und meint damit die bekannten Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Coronapandemie. Jede Forderung nach einem »kurzen einheitlichen Lockdown« sei richtig, sagte Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. »Auch ein gemeinsames bundeseinheitliches Vorgehen wäre hier wichtig.« Zwar gebe es Demmer zufolge im Moment bei den Coronaneuinfektionen keine gute Datenbasis, die Zahl der belegten Intensivbetten spreche aber eine sehr deutliche Sprache. Für das vom NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) vorgeschlagene Vorziehen der Bund-Länder-Runde gebe es »erkennbar keine Mehrheit«, sagte Demmer. Die nächsten Beratungen zur Coronapolitik sind für kommenden Montag geplant.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sah am Mittwoch im »Morgenmagazin« von ARD und ZDF »zunächst mal Corona«, also das Virus selbst, in der Verantwortung für die Zickzackpolitik von Bund und Ländern zwischen Öffnungsdiskussionen und »Lockdown«-Debatten. Es müssten »Notbremsen« aktiviert und geimpft werden, »was das Zeug hält«, sagte Söder, der am Mittwoch den Abschluss eines Vertrages zwischen Bayern und dem russischen Hersteller des Impfstoffs »Sputnik V« ankündigte.

Einen »kurzen und konsequenten Lockdown« hält Bayerns Regierungschef nur dann für sinnvoll, wenn alle Bundesländer mitmachen. Laschet verteidigte seinen von der Opposition deutlich kritisierten Vorschlag für eine Art Überbrückungslockdown und forderte »innovative Ideen« wie temporäre Drive-in-Zentren zur Beschleunigung der Impfungen. Vor dem für ihn anscheinend absehbaren Ende der Pandemie gelte es, »in den letzten Wochen« so viele Leben wie möglich zu schützen.

Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut nach den Osterfeiertagen 9.677 Coronaneuinfektionen und 298 neue Todesfälle binnen eines Tages. Nach RKI-Annahmen werden derzeit aufgrund von Urlaub und geschlossenen Praxen gegebenenfalls noch etwas weniger Tests als vor den Ferien durchgeführt. (dpa/AFP/jW)

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Wielant J. Hoffmann: Testen und Impfen Herr Minister Spahn hat »recht«, es sollten geimpfte Personen mit getesteten Personen gleichgestellt werden. Impfpass oder Testbescheinigung vorzeigen genügt. Es gibt jetzt durch die Testmöglichkeiten...

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