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Aus: Ausgabe vom 01.04.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Eindeutige Spur

Der Fall Nawalny | Di., 20.25, ZDF
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Auf die Seinen gibt man acht: Deutsche Polizisten vor Berliner Charité, in der Alexej Nawalny behandelt wurde (7.9.2020)

Wer sich die Doku angesehen hat, die das ZDF am Dienstag zur Hauptsendezeit über den »Fall Nawalny« ausstrahlte, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass die angebliche britische Investigativwebseite Bellingcat bei der ganzen Beweisführung eine entscheidende Rolle spielte. Von dieser hat erst jüngst der Blog Grayzone berichtet, dass sie womöglich vom Geheimdienst vorgefertigte Beiträge veröffentlicht hatte, um Whistleblower der Organisation für das Verbot chemischer Waffen zu diskreditieren – sie hatten der OPCW vorgeworfen, Befunde aus Syrien zu manipulieren. Bei der OPCW liegen auch die Laboruntersuchungen zu Alexej Nawalny. Was im ZDF ebenfalls nicht vorkommt, ist, wo das Nervengift »Nowitschok« nachgewiesen worden sein soll: an einer Wasserflasche, die eine Mitarbeiterin des Kremlkritikers im selben Flugzeug nach Deutschland mitbrachte. Letztere ist laut Recherchen des Journalisten Thomas Röper ein »Bindeglied« zur »Integrity Initiative«, einer verdeckten britischen Operation mit dem Ziel, Russland zu schwächen. Dahin führt die Spur.(jt)

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

Polizei vor Kiezkneipen- oder Waldschützern, Instagram vor linken Bloggern, Geheimdienste vor Antifaschisten? Oder eher andersherum? Die Tageszeitung junge Welt entlarvt jeden Tag die herrschenden Verhältnisse, benennt Profiteure und Unterlegene, macht Ursachen und Zusammenhänge verständlich.

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Jürgen Harms: Mangelnde Ausgewogenheit Gerade in letzter Zeit habe ich die junge Welt nicht immer gründlich gelesen. In die heutige Ausgabe habe ich noch gar nicht reingeschaut, falls sie überhaupt schon im Briefkasten liegt. Darum kann es...

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