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Aus: Ausgabe vom 03.04.2021, Seite 4 (Beilage) / Wochenendbeilage
Bildreportage

Hartnäckigkeit und Wille

Junge Generation in Fukushima trotzt den Folgen der Katastrophe von 2011. Ein Aufbruch – dokumentiert in Bildern
Von Alessio Perboni
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Rockkonzert auf einem Stadtfestival in der Nähe von Nihonmatsu in der Präfektur Fukushima

Am 11. März 2011 erschütterte eines der stärksten jemals aufgezeichneten Erdbeben die Küste Japans und löste einen Tsunami aus, der die Nordküste des Landes zerstörte und 20.000 Menschen das Leben kostete. Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurde durch Erdbeben und Tsunami schwer beschädigt. In drei Reaktoren kam es zur Kernschmelze, durch Wasserstoffexplosionen wurde eine riesige Menge an radioaktiven Stoffen in die Atmosphäre geschleudert. Es war die schlimmste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl. Rund 200.000 Menschen wurden aus dem Gebiet um das Atomkraftwerk evakuiert, viele Städte blieben auf Jahre verlassen.

Nach umfangreichen Aufräumarbeiten sind einige Gebiete in der Nähe des Kraftwerks wieder für bewohnbar erklärt worden. Auf Initiative der japanischen Regierung konnten frühere Einwohner zurückkehren. Zehn Jahre später sieht sich die junge Generation – zum Zeitpunkt der Havarie Kinder und unter dem nuklearen Schock großgeworden, inzwischen junge Erwachsene in ihren Zwanzigern – nicht nur Angst und Vorurteilen aus dem Rest der Welt ausgesetzt (der Name Fukushima ist eng verbunden mit der Katastrophe 2011), sondern auch aus Japan selbst. Die Einwohner des Landes kaufen nur ungern Waren aus der Gegend, die Verstrahlung ausgesetzt war.

Die Hartnäckigkeit und der Wille, in Fukushima von vorn zu beginnen, zeigt sich in der Liebe einiger Einwohner für ihre Heimat. Beispielsweise in der Geschichte von Sota Oshima. Der Student verkauft selbstgemachte Waffeln, die mit Buchweizenmehl (Soba) hergestellt sind, das aus einer von der Katastrophe betroffenen Stadt stammt. Damit will er die Öffentlichkeit von der Sicherheit dieser Produkte überzeugen. Eine andere Geschichte ist die von Kaori Sato, einer Künstlerin, die nach der Katastrophe begann, Kunstwerke zu erschaffen, um damit Kindern und Jugendlichen in Schwierigkeiten zu helfen. Dann gibt es die Geschichte von Takashi Moriyama, einem jungen Mann, der ein Café eröffnet hat. Die Zusammenarbeit mit Schülern vor Ort soll ein neues Gemeinschaftsgefühl schaffen.

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    Die Bar »Jam« wird von Studenten der Universität Fukushima geführt
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    Herr Suzuki in ­seinem Surfladen in ­Minamisoma. Er war der erste, der sich nur ­wenige Wochen nach der Katastrophe wieder auf sein Brett schwang
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    Studenten der Universität Fukushima üben auf dem Campusgelände Kyudo, eine traditionelle japanische Art des Bogenschießens
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    Künstlerin Kaori Sato (2. v. l.) aus Tamura und Freunde lassen sich im Freien zu neuen Ideen inspirieren
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    Sota Oshima und ein Freund kreieren eine neue Variante ihrer Waffeln aus Buchweizenmehl (Soba)
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    Takashi Moriyama (r.) in der »Odaka Micro Stand Bar«. Hier wird mit Schülern zusammengearbeitet
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    Verlassen steht ein Moped in Odaka – eine der beiden Städte, die vor kurzem gesäubert und wieder zugänglich gemacht wurden
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    Fotoapparate im Futuba-Geschenkeladen. In dem Geschäft wurden nach 2011 Objekte gesammelt und katalogisiert, die vom Tsunami weggespült worden waren

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

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