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Aus: Ausgabe vom 27.03.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Grausige Erinnerung

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Nach dem Völkermord in Ruanda flohen die Marodeure ins benachbarte Zaire und fachten dort den Bürgerkrieg an (Bild: Zairischer Soldat mit Waffen ruandischer Regierungssoldaten, 18.7.1994)

Anfang April 1994 begann der Völkermord in Ruanda. In wenigen Monaten fielen ihm geschätzt eine Million Menschen zum Opfer: Angehörige der Tutsi-Minderheit und wer immer den Marodeuren der Interahamwe-Miliz im Wege stand. Zur Erinnerung an den Genozid stellte der Deutschlandfunk die Arbeit von Dafroza und Alain Gauthier vor. Sie versuchen, die Verantwortlichen für die Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen. Tatsächlich gelang es ihnen, mehrere Beteiligte aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. Die Hauptdrahtzieher sind aber bis heute weitgehend ungeschoren davongekommen. Dafroza Gauthier stammt selbst aus dem afrikanischen Land, das sie in den 70er Jahren verlassen hatte, um in Frankreich zu leben – dem Staat, der die Hutu-Extremisten in Kigali lange unterstützten und ihnen am Ende sogar mit einer Militärintervention zu Hilfe eilte, um sie vor der vordringenden RPF-Guerilla in Sicherheit zu bringen. Doch nach wie vor scheint Paris nicht bereit, eine Mitschuld an den Verbrechen zuzugeben. (jt)

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