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Aus: Ausgabe vom 23.03.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Neues Leben

Tatort | So., 20.15 Uhr, ARD
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Gerät vom einen Alptraum in den nächsten: Ricarda Seifried als Ella Jung im »Tatort«-Krimi »Wie alle anderen auch«

Der Sonntagskrimi als Sozialreportage, das war sicher nicht frei von Klischees, aber sehenswert: Eine Frau wird von ihrem Mann misshandelt. Bis sie sich endlich zur Wehr setzt, wobei sie ihren Peiniger jedoch schwer verletzt. Sie flieht und landet auf der Straße, stets auf der Furcht, von der Polizei gesucht zu werden. Eine ältere Obdachlose nimmt sich ihrer an. Doch wenig später ist diese tot. War das Motiv Neid um einen günstigen Platz zum Verkauf von Zeitschriften? Oder hatte das Verbrechen mit einer Anzeige wegen Vergewaltigung in einer Notübernachtung zu tun? Die »Tatort«-Folge »Wie alle anderen auch« mit den Kölner Ermittlern Ballauf und Schenk entfaltete einen Mikrokosmos von Geschichten über Abstieg und Überlebenskampf, um dann am Ende eine verblüffende Lösung zu präsentieren: Der Staat selbst ist offensichtlich dafür verantwortlich, dass »der Mensch dem Menschen ein Wolf« wird und die Armen sich gegenseitig auffressen. Was bedeutet da die Floskel »ein neues Leben anfangen«? (jt)

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

Polizei vor Kiezkneipen- oder Waldschützern, Instagram vor linken Bloggern, Geheimdienste vor Antifaschisten? Oder eher andersherum? Die Tageszeitung junge Welt entlarvt jeden Tag die herrschenden Verhältnisse, benennt Profiteure und Unterlegene, macht Ursachen und Zusammenhänge verständlich.

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