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Aus: Ausgabe vom 22.03.2021, Seite 16 / Sport
Ski alpin

Es geht spannender

Schienbeine und Schneestürme: Das war das Saisonfinale des Alpinen Skiweltcups
Von Gabriel Kuhn
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Lässt sich den Spaß nicht verderben: Slalomoldie Jean-Baptiste Grange im Schneetreiben von Lenzerheide

Vom 17. bis 21. März fand in Lenzerheide in der Schweiz das Saisonfinale des Alpinen Skiweltcups statt. Bei den seit 1993 veranstalteten Weltcupfinalen wird von Damen und Herren ein letztes Rennen in jeder Einzeldisziplin ausgetragen: Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom. Startberechtigt sind die 25 besten in der jeweiligen Disziplinwertung, die Juniorenweltmeister und alle Läufer, die in der Weltcupgesamtwertung mehr als 500 Punkte aufzuweisen haben. Dazu kommt ein als Parallelrennen ausgetragener Teamwettbewerb, der zum Nationencup zählt. Für die Sieger der Weltcupdisziplinwertungen werden kleine Kristallkugeln vergeben, die Sieger der Gesamtwertungen fahren mit einer großen nach Hause.

Das diesjährige Finale versprach viel Spannung. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren stand die Entscheidung im Gesamtweltcup noch aus. Bei den Damen ging die Slowakin Petra Vlhova mit einem Vorsprung von 96 Punkten auf die Schweizerin Lara Gut-Behrami ins Finale. Bei den Herren führte der Franzose Alexis Pinturault 31 Punkte vor dem Schweizer Marco Odermatt. Ein Rennsieg ist im Weltcup 100 Punkte wert.

Doch das Wetter und die fehlende Flexibilität des Internationalen Skiverbandes FIS machten einen Strich durch die Rechnung. An den ersten beiden Renntagen mussten die Abfahrten und Super-Gs aufgrund starken Schneefalls und Windes abgesagt werden. Das Programm der FIS sieht beim Weltcupfinale keine Terminverschiebungen vor, obwohl der am Freitag angesetzte Teamwettbewerb für die Läufer wenig mehr als eine lästige Verpflichtung ist. Die Speedwettbewerbe fielen damit aus. Leidtragende waren Gut-Behrami und Odermatt, die Vlhova und Pinturault in diesen überlegen sind. Letztere sicherten sich die Gesamtweltcuptitel schließlich souverän. Alexis Pinturault machte mit einem Sieg im Riesenslalom am Sonnabend alles klar. Vlhova reichte ein sechster Rang im Slalom. Die am Sonntag ausgetragenen Rennen, der Slalom der Herren und der Riesenslalom der Damen, hatten für die Entscheidung im Gesamtweltcup keine Bedeutung mehr.

Der Damenslalom brachte die spannendste Entscheidung in den Disziplinwertungen. Vor dem Rennen lagen Vlhova, die Österreicherin Katharina Liensberger und die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin fast gleichauf. Liensberger gewann das Rennen überlegen und damit auch die kleine Kristallkugel. Die Absage der Abfahrten ersparte der Italienerin Sofia Goggia ein gewagtes Comeback. Die Führende in der Weltcupwertung hatte sich vor sechs Wochen einen Bruch des Schienbeinkopfes zugezogen, der italienische Skiverband aber vor dem Weltcupfinale kurzfristig angekündigt, dass Goggia an den Start gehen würde. Nun gewann sie, auch ohne ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Die kleine Kristallkugel im Super-G holte Lara Gut-Behrami, die im Riesenslalom die Italienerin Marta Bassino. Auch für Parallelwettbewerbe gab es eine eigene Weltcupwertung, obwohl nur ein einziges Parallelrennen stattfand. Hier siegte Petra Vlhova.

Bei den Herren holte sich der Schweizer Beat Feuz den vierten Weltcuptitel in der Abfahrt in Serie. Im Super-G siegte der Österreicher Vincent Kriechmayr, im Slalom sein Landsmann Marco Schwarz. Gesamtweltcupsieger Pinturault holte sich die kleinen Kristallkugeln im Riesenslalom und im Parallelwettbewerb.

Für den Deutschen Skiverband war es eine durchwachsene Saison. Höhepunkt war die Alpine Ski-WM, bei der man überraschend vier Medaillen holen konnte: Andreas Sander (SG Ennepetal) gewann Silber in der Herrenabfahrt, Romed Baumann (WSV Kiefersfelden) Silber im Herren-Super-G, Kira Weidle (SC Starnberg) Silber in der Damenabfahrt und das DSV-Team Bronze im Teamwettbewerb. In der gesamten Weltcupsaison reichte es nur für fünf Podestplätze: Linus Straßer (TSV 1860 München) gewann einen Herrenslalom und wurde einmal Zweiter, Alexander Schmid (SC Fischen) belegte im einzigen Parallelwettbewerb Rang drei, Kira Weidle wurde in einer Damenabfahrt Dritte, und beim Teamwettbewerb in Lenzerheide belegte das DSV-Team Rang zwei. Die beste Plazierung in einer Weltcupdisziplinwertung erreichte Kira Weidle in der Abfahrt als Fünfte. Im Nationencup belegte Deutschland Rang sieben. Die DSV-Damen holten ganze 794 Weltcuppunkte, Vlhova allein 1.416.

Die Lücken, die durch die Rücktritte der langjährigen Vorzeigeathleten Felix Neureuther und Viktoria Rebensburg entstanden, sind groß. Doch der Nachwuchs gibt Grund zur Hoffnung. Bei der Anfang 2021 in Bansko in Bulgarien ausgetragenen Junioren-WM schrammten Simon Luca Wolf (SC Garmisch) im Herrenriesenslalom und Paulina Schlosser (SC Kreenheinstetten) im Damenslalom als Vierte nur knapp am Podest vorbei. Für Aufsehen sorgten auch die erst 17jährige Emma Aicher (SC Mahlstetten) als Fünfte im Damenslalom und Lisa Marie Loipetssperger (WSV München) als Sechste im Damenriesenslalom.

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