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Aus: Ausgabe vom 17.03.2021, Seite 16 / Sport
Ski alpin

Große und kleine Kugeln

Der Ski-alpin-Weltcup geht in seine finale Runde. Die Gesamtweltcuptitel sind noch nicht vergeben
Von Gabriel Kuhn
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Siegte beim Skiweltcup in Hinterglemm im Superriesenslalom: Der Schweizer Marco Odermatt (7.3.2021)

Der Ski-alpin-Weltcup hat es bis zum Saisonfinale geschafft. Das findet vom 17. bis 21. März in Lenzerheide in der Schweiz statt. Zwar verpassten Rennläufer während der Saison immer wieder Wettbewerbe wegen positiver Coronatests, doch alles in allem bewährte sich das »Vierblasensystem« des Internationalen Skiverbandes (FIS), das zwischen Teams, Staff, Medien und »Special Guests« unterschied. Auch das Weltcupprogramm ließ sich im großen und ganzen durchziehen. Prominentester Ausfall waren die legendären Lauberhornrennen in Wengen, wo die lokalen Gesundheitsbehörden dem Rennwochenende eine Absage erteilten.

Weltcupfinale gibt es im alpinen Skisport seit 1993. An einem Ort bestreiten Herren und Damen ein letztes Rennen in jeder Einzeldisziplin: Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom. Dazu kommt ein als Parallelrennen ausgetragener Teamwettbewerb, der niemanden interessiert. Danach werden die kleinen Kristallkugeln für die Sieger der Disziplinwertungen vergeben und die heißbegehrte große Kristallkugel für die Sieger des Gesamtweltcups bei Damen und Herren.

Startberechtigt sind die 25 Besten in der jeweiligen Disziplinwertung, die Juniorenweltmeister und alle Läufer, die in der Gesamtwertung mehr als 500 Punkte aufzuweisen haben. Nach einer durchwachsenen Saison mit nur vier Podestplätzen haben sich für den Deutschen Skiverband neun Läufer qualifiziert: bei den Damen Kira Weidle (Abfahrt und Super-G) und Lena Dürr (Slalom), bei den Herren Romed Baumann, Andreas Sander (beide Abfahrt und Super-G), Dominik Schwaiger (Abfahrt), Josef Ferstl (Super-G), Alexander Schmid, Stefan Luitz (beide Riesenslalom) und Linus Straßer (Slalom). Um die Kristallkugeln kämpft keiner von ihnen. Die beste Plazierung in einer Disziplinwertung hat Kira Weidle in der Abfahrt als Fünfte vorzuweisen. Im Gesamtweltcup liegt sie auf Platz 18.

Ausnahmsweise sind die Gesamtweltcuptitel vor dem Saisonfinale noch nicht vergeben. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren könnte die Entscheidung tatsächlich erst am letzten Tag fallen. Bei den Damen duellieren sich die Slowakin Petra Vlhova und die Schweizerin Lara Gut-Behrami. Vlhova hatte im Februar schon einen komfortablen Vorsprung, doch Gut-Behrami holte mit einer Siegesserie in Abfahrt und Super-G rasant auf. Nun geht Vlhova mit einem Polster von 96 Punkten ins Finale. Ein Rennsieg bringt 100 Punkte.

Bei den Herren will in diesem Jahr der Franzose Alexis Pinturault zuschlagen. Nach dem Rücktritt des achtfachen Gesamtweltcupsiegers Marcel Hirscher aus Österreich wurde Pinturault bereits in der Vorsaison als Favorit gehandelt. Doch dann machte ihm der vorzeitige Saisonabbruch wegen der Coronapandemie einen Strich durch die Rechnung. Die Kugel ging an den zum Zeitpunkt des Abbruchs in der Gesamtweltcupwertung führenden Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Dieser kann seinen Titel aufgrund einer schweren Knieverletzung indessen nicht verteidigen. Pinturaults verbleibender Konkurrent ist der junge Schweizer Marco Odermatt, der vor den Rennen in Lenzerheide nur 31 Punkte hinter Pinturault liegt.

Die meisten der Disziplinwertungen sind bereits entschieden. Spannend wird es noch zwischen Pinturault und Odermatt im Riesenslalom der Herren. In der Damenabfahrt könnte Corinne Suter aus der Schweiz mit einem ersten oder zweiten Platz noch an der verletzten Italienerin Sofia Goggia vorbeiziehen. Und im Damenslalom kommt es zu einem Dreikampf zwischen Vlhova, der Österreicherin Katharina Liensberger und der Amerikanerin Mikaela Shiffrin.

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