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Aus: Ausgabe vom 17.03.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Professor Lauter

Interview | Di., 8.10 Uhr, Dlf
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Fels in der Brandung der Coronawellen: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (Berlin, 29.1.2021)

Katzen würden Whiskas kaufen, und Karl Lauterbach würde sich »auch jetzt noch weiter mit Astra-Zeneca impfen lassen«, denn der Nutzen sei größer als der Schaden. Demgemäß hält der »Professor Spaßbremse« (Bild) von der SPD die Aussetzung der Verimpfung dieses Mittels für einen Fehler. Gleichwohl erkennt er einen Zusammenhang zwischen der Vakzine und schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen. Das betreffende Syndrom sei so selten, dass sein jetziges Auftreten wahrscheinlich auf die Impfung zurückzuführen ist. Der derzeit im Internet kursierende Hinweis auf das Risiko einer Thrombose bei Einnahme der Antibabypille sei indes nicht hilfreich, da die beobachteten Fälle, bei denen der Verdacht besteht, im Zuge der Verabreichung des Impfstoffs von Astra-Zeneca aufgetreten zu sein, schwerwiegender seien. Was der Lauterbach da erzählt, ist unbedingt staatstragend und nicht im Ansatz kritisch, aber lauter und enthält immerhin tatsächliche Information, anders als bei den üblichen Phrasenmaschinen seiner Zunft. (brat)

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

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Debatte

  • Beitrag von Torsten Andreas S. aus B. (17. März 2021 um 15:06 Uhr)
    Guten Tag, Herr oder Frau (brat)!

    Ich schlage vor, dass Sie sich mit dem Pandemiethema weniger oberflächlich beschäftigen. Bitte verzichten Sie in Zukunft auf Herabwürdigungen! Besonders misslungen ist Ihnen diese Aussage: »Was der Lauterbach da erzählt, ist unbedingt staatstragend und nicht im Ansatz kritisch, aber lauter und enthält immerhin tatsächliche Information, anders als bei den üblichen Phrasenmaschinen seiner Zunft.«

    Von dieser Haltung und vor allem der Darstellung rate ich dringend ab. Denn wenn Sie den Verlauf auf internationaler Ebene betrachten, halten Sie die Beschreibung der Entwicklungen in unserer Bevölkerung für übertrieben? Herr Lauterbach stellt sie falsch dar?

    Was meinten Sie mit »den üblichen Phrasenmaschinen seiner Zunft«? Dass wir die kommenden Ereignisse nur als Warnungen einer Zunft anerkennen sollten? Also halten Sie die Warnungen für unangemessen? Was, wenn Sie sich irren? Was, wenn die Infektionszahlen ansteigen und einen nächsten Lockdown erfordern? Lag es dann auch an den Vorhersagen? Kann es sein, das Sie darüber noch einmal nachdenken sollten?

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