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Aus: Ausgabe vom 17.03.2021, Seite 8 / Ansichten

Brocken des Tages: 2001 FO32

Von Michael Saager
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Glücklicherweise kein Fall für Weltenretter Bruce Willis ...

Fans des Endzeitepos’ »Melancholia« und andere Apokalyptiker dürften sich ärgern: Am Sonntag saust ein ziemlich großer Asteroid an der Erde (nur) vorbei. Immerhin: Einen größeren Vorbeisauser wird es dieses Jahr wohl nicht mehr geben. Da Astrophysiker eher nüchterne Typen sind, trägt das dicke Ding – es hat einen Durchmesser von mehreren hundert Metern – den leider etwas farblosen Namen »2001 FO32«. Na, macht nichts. Und was sich für Experten des Alls nach der ewigen Rechnerei in Lichtjahren nach einem Katzensprung, einem Beinahe-Touché anhören muss, klingt für den suizidalen Thrillseeker nach einer recht langweiligen Entfernung: »2001 FO32« wird sich der Erde nämlich nur bis auf etwa zwei Millionen Kilometer nähern, was fünfmal so weit ist wie von der Erde bis zum Mond.

Damit nicht genug: Gefährlicher wird’s auch in Zukunft nicht, oder, in den Worten von Paul Chodas vom Center for Near Earth Studies in Kalifornien: »Es gibt keine Möglichkeit, dass der Asteroid der Erde näher als zwei Millionen Kilometer kommt.« Tja, blöd. Aber Chodas wird schon die Wahrheit sagen, wenn er erzählt, dass man den Brocken und seine Umlaufbahn um die Sonne (einmal rum in 810 Tagen) bereits seit 20 Jahren beobachte, also ziemlich gut einschätzen könne. Damit hier wenigstens ein bisschen Spannung aufkommt: »2001 FO32« ist, wenn er an der Erde vorbeibraust, höllisch schnell, jedenfalls für Asteroidenverhältnisse: 124.000 Kilometer pro Stunde. Nein, er macht dabei nicht »Zosch!« – wir sind doch nicht in einem schlechten Science-Fiction-Film.

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Debatte

  • Beitrag von Matthias M. aus H. (17. März 2021 um 12:19 Uhr)
    Dinger in der Größe hatten wir »neulich« (in geologischem Sinne) erst, ich erinnere ans Nördlinger Ries.

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