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Aus: Ausgabe vom 16.03.2021, Seite 2 / Inland
Coronapandemie in der BRD

Dämpfer für Impfkampagne

Coronaimpfungen mit Mittel von Astra-Zeneca vorerst auch in BRD ausgesetzt
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Wird eingelagert: Der Bund soll schon gelieferte Impfdosen aufbewahren (Symbolbild)

Die Impfkampagne in der Bundesrepublik erhält einen weiteren Dämpfer. Neben Italien, den Niederlanden und Frankreich wurden nun auch hierzulande die Impfungen mit dem Mittel des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astra-Zeneca vorerst ausgesetzt. Vorausgegangen waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Coronaimpfung mit dem Präparat, wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mitteilte.

Es handele sich um »eine reine Vorsichtsmaßnahme«, dem eine entsprechende Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorangegangen sei, erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde demnach entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken. Bereits gelieferte Impfdosen werde der Bund bis auf weiteres zentral einlagern.

Die Impfkampagne der Bundesregierung soll die sogenannte Öffnungsstrategie stützen. Angesichts deutlich steigender Inzidenzwerte ruft der Bund nun jedoch die Länder eindringlich dazu auf, die vereinbarte »Notbremse« für Lockerungen der Coronabeschränkungen auch einzuhalten. Bund und Länder hatten beschlossen, dass die Shutdown-Regeln wieder in Kraft treten, wenn es in einem Bundesland oder einer Region an drei aufeinander folgenden Tagen mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und sieben Tagen gibt. »Dieser Beschluss ist umzusetzen«, mahnte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Zwei Landkreise in Brandenburg hatten angekündigt, trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 keine schärferen Coronaregeln einzuführen.

Intensivmediziner halten dagegen nach wie vor nichts von Öffnungen. »Wir haben schon vor zwei, drei Wochen gesagt, dass wir die Füße eigentlich noch hätten stillhalten müssen bis Anfang April«, sagte der wissenschaftliche Leiter der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Christian Karagiannidis, am Montag im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Bundesweit stieg der Inzidenzwert von 79 auf 82,9. In den Ländern und Regionen sind die Werte unterschiedlich. Bundesweit gab es laut Robert-Koch-Institut am Montag 6.604 registrierte Coronaneuinfektionen. Das sind rund 1.600 mehr als am Montag vor einer Woche. (dpa/AFP/jW)

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

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