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Aus: Ausgabe vom 08.03.2021, Seite 16 / Sport
Wintersport

Auf dem weißen Band

Oberstdorf: Der Abschluss der Nordischen Ski-WM
Von Gabriel Kuhn
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In der Spur: 50-km-Langlauf der Herren in Oberstdorf

Am Sonnabend wurde die 53. Nordische Ski-WM in Oberstdorf abgeschlossen, ein weiteres Sportgroßereignis unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Angesichts der hohen Coronainfektionszahlen im Landkreis Oberallgäu gab es im Vorfeld Kritik an der Veranstaltung, durchgezogen wurde sie trotzdem. Coronafälle spielten dann während der WM durchaus eine Rolle, so wurde der norwegische Skisprung-Weltcupsieger Halvor Egner Granerud positiv getestet. Er versäumte das Springen auf der Großschanze und den Teamwettbewerb der Herren. Italien zog nach mehreren Coronafällen unter seinen Skispringern und Betreuern das gesamte Team ab. Das geschah jedoch abseits der Fernsehkameras. Den Zuschauern bleiben andere Eindrücke in Erinnerung: Pappfiguren im Skisprungstadion und Langläufer, die sich bei über 20 Grad in der Sonne in kurzen Hosen und Leibchen auf einem weißen Band durch die grüne Landschaft mühten.

Nach der für den Deutschen Skiverband (DSV) mit vier Medaillen erfolgreichen Alpin-WM in ­Cortina ­d’Ampezzo war das Resultat in Oberstdorf durchwachsen. Zwar holte man sechs Medaillen, doch die Erwartungen waren höher. Dass es im Langlauf zu keiner Medaille reichen würde, wusste man. Die Damenstaffel kämpfte immerhin bis zur letzten Runde um Bronze. Schließlich wurde sie Fünfte. Die Herren belegten Platz sieben. Die besten Einzelergebnisse im Langlauf erzielte die Lokalmatadorin Laura Gimmler vom SC Oberstdorf, die sowohl im Sprint als auch über die 30-km-Langdistanz Zehnte wurde.

In der Nordischen Kombination gab es zwar die obligatorischen Medaillen in der Staffel (Silber) und im Teamsprint (Bronze), in den Einzelwettbewerben blieben die deutschen Athleten jedoch ohne Medaille. Eric Frenzel (SSV Geyer) belegte sowohl von der Normalschanze als auch von der Großschanze den vierten Rang. Im ersten WM-Wettbewerb der Damen wurde die 16jährige Cindy Haasch (TSG Ruhla) Elfte. Im Langlauf verbuchte sie die drittschnellste Zeit.

Karl Geiger (SC Oberstdorf) wurde in seinem Heimatort zum Helden des Skisprungteams und erfolgreichsten Athleten des DSV. Geiger führte sowohl das Herrenteam als auch das Mixed-Team zu Gold und gewann in den Einzelspringen Silber auf der Normalschanze und Bronze auf der Großschanze. Enttäuschend verlief die WM für die Skispringerinnen. Als Mitfavoritinnen in den Teamwettbewerb gestartet, belegten sie am Ende nur Rang fünf. In den Einzelwettbewerben reichte es zu zwei zehnten Plätzen durch Katharina Althaus (SC Oberstdorf) auf der Normalschanze und Juliane Seyfarth (TSG Ruhla) auf der Großschanze.

Das Ausscheiden des norwegischen Skisprungstars Granerud änderte wenig an der Dominanz des norwegischen Teams. Den abschließenden 50-km-Langlauf der Herren gewann Johannes Kläbo, damit kam Norwegen auf 31 Medaillen. Österreich, in der Nationenwertung auf Platz zwei, gewann sieben. Die erfolgreichste Einzelathletin war Therese Johaug, die alle Rennen, in denen sie startete, gewann und viermal Gold holte. Insgesamt hält die Norwegerin nun 14 WM-Titel. Vier Medaillen in Oberstdorf gewannen neben Johaug und Geiger auch die norwegische Skispringerin Maren Lundby (einmal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze) und der norwegische Kombinierer Jarl Magnus Riiber (zweimal Gold, zweimal Silber). Dass es für Riiber nicht für vier Goldmedaillen reichte, lag an den sensationellen Leistungen des Österreichers Johannes Lamparter. Der 19jährige, der erst vor einem Monat Juniorenweltmeister wurde, gewann den Wettbewerb von der Großschanze und, gemeinsam mit Lukas Greiderer, den Team-Sprint.

Mit der Nordischen Ski-WM endete das letzte Großereignis dieser Wintersportsaison. Die Nordischen Skiwettkämpfe auf dem legendären Holmenkollen in Norwegen fallen heuer der Coronapandemie zum Opfer. Es verbleiben die Abschlussveranstaltungen der diversen Weltcups. Die Kombinierer beenden ihre Saison in Klingenthal, die Langläufer im Engadin in der Schweiz und die Skispringer in Planica, Slowenien (Herren), bzw. Tschaikowski, Russland (Damen).

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