Gegründet 1947 Mittwoch, 14. April 2021, Nr. 86
Die junge Welt wird von 2500 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 01.03.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Rote Linie

Mord im Konsulat | Sa., 22.40 Uhr, Arte
088467-000-A-2940801-1614496302.jpg
Am 2. Oktober 2018 betrat Dschamal Chaschukdschi das saudische Konsulat in Istanbul – wo ein Killerkommando aus Riad ihn erwartete

Gerade lässt die neue US-Regierung unter Joseph Biden die Muskeln spielen gegenüber dem alten Verbündeten Saudi-Arabien. Sie gab einen Bericht des Geheimdienstes CIA frei, aus dem hervorgehen soll, dass Riads starker Mann, der Kronprinz Mohammed bin Salman, den grausamen Mord an dem Journalisten Dschamal Chaschukdschi (englisch Khashoggi) 2018 im Konsulat des Königreichs in Istanbul selbst in Auftrag gab. Eine gute Gelegenheit, sich die Hintergründe zu vergegenwärtigen, bietet die zweiteilige Dokumentation »Mord im Konsulat« des Filmemachers Martin Schmitz, der selbst in Saudi-Arabien recherchieren und dabei auch mit bin Salman sprechen konnte. Aus der Reportage ergibt sich das Bild eines skrupellosen Machtmenschen, der sich nach außen als Modernisierer darstellt, dem aber Chaschukdschi schon allein deswegen ein Dorn im Auge war, weil er Kritik an dem engen Schulterschluss des Kronprinzen mit US-Präsident Donald Trump zu äußern wagte. Damit hatte er eine »rote Linie« überschritten. (jt)

https://kurzelinks.de/mord-konsulat

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

Polizei vor Kiezkneipen- oder Waldschützern, Instagram vor linken Bloggern, Geheimdienste vor Antifaschisten? Oder eher andersherum? Die Tageszeitung junge Welt entlarvt jeden Tag die herrschenden Verhältnisse, benennt Profiteure und Unterlegene, macht Ursachen und Zusammenhänge verständlich.

Unverbindlich und kostenlos lässt sich die junge Welt drei Wochen lang (im europäischen Ausland zwei Wochen) probelesen. Abbestellen nicht nötig, das Probeabo endet automatisch.

Debatte

  • Beitrag von Ralf S. aus G. (28. Februar 2021 um 19:43 Uhr)
    Und die Leiche ist immer noch verschwunden. Man mag sich gar nicht vorstellen, was mit ihr angestellt wurde ...

Mehr aus: Feuilleton