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Aus: Ausgabe vom 02.03.2021, Seite 1 / Ausland
Geberkonferenz Jemen

Weltweit schwerste humanitäre Krise

Geberkonferenz: BRD und EU kündigen Geld für Jemen an. Hungertod Hunderttausender Kinder droht
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Vertrieben und auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen: Flüchtlingslager am Rande der Hauptstadt Sanaa (1.3.2021)

Im Kampf gegen die drohende Hungersnot im Kriegsland Jemen hat Deutschland 200 Millionen Euro an Hilfen zugesagt. Die sofortige Bereitstellung der Finanzmittel sei eine Frage von »Leben und Tod«, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag auf einer von der UNO, der Schweiz und Schweden organisierten virtuellen Geberkonferenz. Nach Angaben von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kommen 73 Millionen Euro aus dem Haushalt seines Ministeriums. Die Europäische Kommission kündigte am Montag weitere 95 Millionen Euro Spenden an.

Angesichts der dramatischen Lage im Jemen will die Geberkonferenz 3,85 Milliarden US-Dollar an internationalen Hilfen mobilisieren. Im Jemen herrscht seit fast sechs Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und den Ansarollah (»Huthi«). Die seit Jahren nicht mehr demokratisch legitimierte, aber von internationaler Seite gestützte »Regierung« geht unter Führung Riads dabei mit Bomben und Luftangriffen gegen die von großen Teilen der jemenitischen Bevölkerung gestützten Ansarollah vor, die große Teile des nördlichen Jemen kontrollieren. Zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen Einwohner mussten flüchten. Die Vereinten Nationen stufen die Lage im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Welt ein. Ein Bündnis aus zwölf Hilfsorganisationen sprach mit Blick auf das Treffen in Genf von einem Schlüsselmoment im Kampf gegen die »Katastrophe« im Jemen.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres erklärte zum Auftakt der Onlinekonferenz: »Die humanitäre Lage im Jemen war noch nie schlimmer.« Dennoch seien die Spenden vergangenes Jahr zurückgegangen – mit »brutalen« Folgen. So sei eine Kindheit im Jemen »eine besondere Art der Hölle«. 400.000 Kindern im Land droht nach UN-Angaben der Hungertod. Der Krieg verschlinge eine ganze Generation, sagte der UN-Generalsekretär. (AFP/dpa/jW)

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