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Aus: Ausgabe vom 27.02.2021, Seite 10 / Feuilleton
Deak

Deutschland jubelt: Der neue Corona-Stufenplan ist da!

Von Dusan Deak
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Der Stufenplan hat zwei Haken, der eine heißt Armin Laschet, der andere Jens Spahn ...

Der neue Coronastufenplan von Angela Merkel ist da – und er hat es in sich!

In der ersten Stufe sollen sich fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Eine Woche später werden es schon zehn. In der dritten Woche sind es bereits zehn Menschen aus zehn Haushalten und so weiter und so fort.

Das angestrebte Ziel: Alle Menschen aus allen Haushalten sollen (müssen) sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort treffen – also praktisch der Normalfall an einem beliebigen Sommerwochenende im Hamburger Schanzenviertel.

Der Stufenplan gilt zunächst bis morgen (heißt: »Fahren auf Sicht«), beziehungsweise bis Armin Laschet seine Meinung ändert. Er weist einige Ungereimtheiten auf und hat zwei Haken (einen kleinen und einen über 190 Zentimeter). Der eine heißt Armin Laschet mit seiner laschen Haltung zu gemeinsamen Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Merkels Kabinett und zu den eigenen Beschlüssen. Der Durchschnittsbürger wechselt in einem Monat nicht so oft die Socken wie Armin Laschet täglich seine Meinung. »Lascheting« wird dieses Wechselbalgverhalten genannt, in Erinnerung an Hans-Dietrich Genscher und sein »Genscher­ing«, womit dessen opportunistisches, nicht sehr charakterfestes Agieren zum eigenen Vorteil bezeichnet wurde. Im Vergleich zu Laschets Wackeln und Winden erscheint Genscher im nachhinein als ein charakterfester Fels und als ein Beispiel an politischer Standfestigkeit und Moral.

Der zweite Haken heißt Jens Spahn mit seiner jugendlichen Ungeduld und seinem ungestümen Tatendrang. Fast alles, was der Gesundheitsminister und Hoffnungs- und Sympathieträger der CDU als festen Termin plant und verkündet, wird ins Gegenteil verdreht, aufgeschoben oder gecancelt und storniert.

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