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Aus: Ausgabe vom 26.02.2021, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Und der Rassismus geht weiter

Hanau – Eine Nacht und ihre Folgen | ARD-Mediathek
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#Saytheirnames: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili-Viorel Paun, Fatih Saracoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov (Berlin, 20.2.2021)

Viele haben am 19. Februar der neun Menschen gedacht, die vor einem Jahr aus rassistischem Hass ermordet wurden. Wer ansatzweise verstehen will, wie es denjenigen ergangen ist und ergeht, die Schwester, Bruder, Sohn oder Freund verloren haben bzw. knapp dem Tod entronnen sind, sollte die ARD-Dokumentation »Hanau – Eine Nacht und ihre Folgen« anschauen. Jeder Zweifel am strukturellen Rassismus der Institutionen wird hier ausgeräumt. Erzählt wird von Rettungskräften, die den schwerverletzten Said Etris Hashemi nackt auf seiner Trage als Schutzschild benutzen; von Polizeianweisungen, die verhindern, dass er ins Krankenhaus gebracht wird; von Angehörigen, denen Maschinengewehre des SEK an den Kopf gehalten werden. Und von Familien, die sich nicht verabschieden konnten, da Obduktionen angeordnet wurden: »Diese Kinder wurden auseinandergenommen, sie wurden Stück für Stück aufgeschnitten (…) Sie wussten, wie sie gestorben sind: Sie wurden erschossen«, klagt Saida Hashemi verzweifelt an. (si)

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

Polizei vor Kiezkneipen- oder Waldschützern, Instagram vor linken Bloggern, Geheimdienste vor Antifaschisten? Oder eher andersherum? Die Tageszeitung junge Welt entlarvt jeden Tag die herrschenden Verhältnisse, benennt Profiteure und Unterlegene, macht Ursachen und Zusammenhänge verständlich.

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