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Aus: Ausgabe vom 26.02.2021, Seite 11 / Feuilleton
Tanz

Auf der Spitze

Der Berliner Tanzolymp findet dieses Jahr online statt
Von Gisela Sonnenburg
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Junge Talente zeigen beim Tanzolymp, was sie können – in diesem Jahr online

Jährlich treffen sich Kinder und Jugendliche aus Dutzenden von Ländern in Berlin, um in ihren Tanzkünsten zu wetteifern. »Tanzolymp« nennt sich das Spektakel, das stets im Februar stattfindet, und es ist ein international anerkannter Wettbewerb für angehende Profis in den Bereichen Ballett, Modern Dance, Folklore und Pop Dance. In diesem Jahr ist wegen Corona alles anders: Der Tanzolymp findet erstmals online statt. »Es ist zu überlegen, ob man das Streaming künftig zusätzlich beibehält«, sagte Veranstalter Oleksi Bessmertni, der einst als Tänzer beim Bolschoi in Moskau, aber auch beim Bayerischen Staatsballett und im Staatsballett Berlin wirkte, gegenüber jW. Sein Ziel: junge Begabungen weiterzubringen. Denn die beim Tanzolymp vergebenen Preise, Stipendien und Arbeitsverträge können bloßen Talenten zu echten Karrieren verhelfen.

Der Vorteil der Onlineausstrahlung liegt derweil auf der Hand: So kann man weltweit die Nachwuchskünstler begutachten. Kostenfrei. An diesem Freitag um 11 Uhr vormittags beginnt die Onlineaustragung. Für drei Tage, bis zum 28.2., gilt dann: Mögen die Besten oder die Besseren gewinnen. Eine Jury, besetzt mit Koryphäen aus der Praxis des Balletts, entscheidet über die Vergabe von Medaillen und Preisen. Besonders begehrt sind Stipendien und Arbeitsverträge bei renommierten Schulen und Compagnien. Die Tanzakademie Zürich, die Ballettakademie München und die Schule vom »Hamburg Ballett« nehmen Gewinner auf, und Häuser oder Ensembles wie der Friedrichstadtpalast Berlin, das Badische Staatsballett und das »Ballet Teatro Municipal« in Rio de Janeiro bieten Engagements an.

Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von acht bis 21 Jahren haben sich angemeldet, um Tänze als Solo, Duo oder Gruppe per Video zu zeigen. Und zwar in den Rubriken »Klassischer Tanz« und »Moderner Tanz« (beides aufgeteilt in staatlich und privat Ausgebildete), in »Folkloretanz« und »Pop Dance«. Was es hier nicht gibt, ist »Contemporary Dance«. Diese etwas chaotische Tanzrichtung wird vom Bund mit satten Millionengeldern gefördert, aber sie setzt weniger auf Wettbewerb und Leistung als vielmehr auf oft dilettantische Experimente.

Beim Tanzolymp geht es hingegen um typische Voraussetzungen für professionelle Kunst. Die Jury achtet nicht nur auf technisch-akrobatisches Können, sondern auf Präsentation, Ausdruck, Darstellung, Musikalität. Online wird das diskutiert werden – auch die 14köpfige Jury vom Tanzolymp tagt erstmals im Netz. Drei ihrer Mitglieder haben zudem eine enge Beziehung zu Berlin: Iana Salenko ist Starballerina beim Staatsballett Berlin; Steffi Scherzer, künstlerische Leiterin der Tanzakademie Zürich, begann ihre Laufbahn in der Hauptstadt der DDR; Alexandra Georgieva leitet das Revue-Ballett vom Friedrichstadtpalast Berlin.

Auch eine Norwegerin, ein Portugiese, eine Engländerin sind dabei. Noch mehr verschiedene Nationalitäten werden die Sieger haben. Letztes Jahr gab es 20 Gewinnerstaaten, angeführt von Russland mit 17 Medaillen. Wer dieses Jahr gewinnt, vor allem mit welchen Darbietungen, bleibt abzuwarten.

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