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Aus: Ausgabe vom 26.02.2021, Seite 10 / Feuilleton
Deak

Tubenquetscher und Globoli

Reichen die Coronamutanten?
Von Dusan Deak
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Weiter ausbreiten! Ein Forscher untersucht eine Fledermaus in einer Höhle in Thailand (August 2020)

Seit Tagen versprechen uns die Regierenden die dritte Coronawelle. Bei ihrem letzten Treffen mit den Länderchefs meinte Bundeskanzlerin Merkel sogar, wir wären schon mittendrin. Es geht dabei nicht nur um die hochansteckende britische Mutante B.1.1.7., vom Coronaerreger sind bisweilen 4.000 Abkömmlinge bekannt, einige davon bis zu viermal ansteckender als die ursprüngliche Variante aus Wuhan. Die Frage ist: Reicht das? Werden alle Bürger rechtzeitig mit den benötigten Mutanten versorgt? Bei der angestrebten Inzidenz von 35 ist zu befürchten, dass die Vorräte an Mutanten schwinden werden. Obwohl alle Labore in Wuhan auf Hochtouren an der Produktion von Mutanten arbeiten, wird die Zeit knapp. In Experimenten mit Gürteltieren und Fledermäusen wird die verbesserte Übertragung auf Menschen intensiv geprüft. Ein weiterer Engpass entsteht durch die Vertragspanne zwischen der EU und dem Pharmariesen Astrazeneca zur Lieferung von Impfstoffen. Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wieso die BRD statt 200 Millionen bestellter Dosen nur 20 bekam. Vermutlich ein lässlicher Fehler bei einer hochkomplexen Rechenoperation: Das Komma ist um sieben Stellen verrutscht.

Zum Glück gibt es Tubenquetscher, die mittels ihrer an Zahnpastaverpackungen gemachten Erfahrungen die Anzahl der Impfdosen pro Ampulle von zehn bis auf zwölf erheblich steigern könnten. Eine andere Möglichkeit eröffnet die Homöopathie nach Samuel Hahnemann. Die verbleibenden 15 Astrazeneca-Ampullen könnten homöopathisch potenziert werden  (1:1.000.000), bis kein Molekül mehr in der Vakzinlösung nachweisbar ist und nur noch die feinstoffliche Heilenergie übrigbleibt. Im Handumdrehen gewinnt man aus 15 Ampullen 15 Millionen hochwirksame Globuli. Angeblich entfalten diese alleine durch Augenkontakt aus sieben Meter Entfernung ihre Wirksamkeit. Bei einer weiteren Potenzierung würde schon der Gedanke an das potenzierte Heilmittel für die Herdenimmunität reichen.

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