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Aus: Ausgabe vom 26.02.2021, Seite 5 / Inland
Konzernmacht

Vergiftete Bilanz

Bayer macht wegen Rückstellungen für Glyphosat-Opfer größten Verlust der Unternehmensgeschichte. Impfstoffe als Zukunftsgeschäft
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Das Bayer-Kreuz am Werk in Wuppertal leuchtet in der Dämmerung

Die Folgen der Übernahme des einstigen US-Rivalen Monsanto haben dem Agrarchemiekonzern Bayer den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte eingebrockt. Im vergangenen Jahr betrug das Konzernergebnis minus 10,5 Milliarden Euro, wie die Leverkusener am Donnerstag bekanntgaben. 2019 hatte es noch einen Gewinn von 4,1 Milliarden Euro gegeben. Die tiefroten Zahlen lagen vor allem an Rückstellungen für die US-Klagen wegen Krebsrisiken von Glyphosat.

Bayer verwies auf die Einigung mit den Klägeranwälten in den USA von Anfang Februar 2021 zur Handhabung und Beilegung künftiger Klagen. Das zuständige Gericht muss diese Einigung noch prüfen. Bayer hatte im Juni 2020 eine Einigung mit Zehntausenden Klägern verkündet, die den Unkrautvernichter Roundup der Bayer-Tochter Monsanto für Krebserkrankungen verantwortlich machen. Vorgesehen waren demnach bis zu 10,9 Milliarden US-Dollar an Entschädigungen. Der kalifornische Richter Vince Chhabria, der die Einigung absegnen muss, zeigte sich in der Folge aber »skeptisch« hinsichtlich der »Angemessenheit und Fairness« des Vergleichs. Daher wurde eine weitere Vereinbarung ausgearbeitet. Teil davon sind eine Zusage des Konzerns von bis zu zwei Milliarden US-Dollar (knapp 1,7 Milliarden Euro) für künftige Ansprüche und die Gründung eines wissenschaftlichen Beratungsgremiums. Nach dem Milliardenverlust im letzten Geschäftsjahr müssen sich die Aktionäre des Pharma- und Chemiekonzerns mit weniger Dividende zufriedengeben.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,6 Prozent auf 41,4 Milliarden Euro. Im Pharmabereich schloss der Konzern 2020 nach eigenen Angaben mehr als 25 Käufe oder Kooperationen ab. Geld will der Konzern mit Krisengewinnern machen. So vereinbarte Bayer eine »umfassende Partnerschaft« mit dem Coronaimpfstoffhersteller Curevac. »Dabei geht es zunächst darum, die klinischen Studien und die Zulassung des Impfstoffs von Curevac zu unterstützen«, erklärte Konzernchef Werner Baumann. »Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen in Wuppertal und in unserem globalen Produktionsnetzwerk, um so schnell wie möglich auch bei der Herstellung des Impfstoffs zu helfen.« (AFP/dpa/jW)

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