1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Gegründet 1947 Montag, 17. Mai 2021, Nr. 112
Die junge Welt wird von 2519 GenossInnen herausgegeben
1.000 Abos für die Pressefreiheit! 1.000 Abos für die Pressefreiheit!
1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Aus: Ausgabe vom 25.02.2021, Seite 8 / Ansichten

Edelfeder des Tages: Hillary Clinton

Von Matthias István Köhler
CLINTON.JPG
Ob in Clintons Politthriller auch die verdeckten Operationen in Libyen und Syrien aufgeklärt werden?

Hillary Clinton schreibt einen Politthriller. Das ist eine gute Nachricht, denn das heißt, sie lässt keine Bomben über fremden Ländern abwerfen – zumindest vorerst. Im Oktober soll der Schinken veröffentlicht werden, wie der Verlag am Dienstag ankündigte. Protagonistin ist eine unerfahrene Außenministerin. So weit, so gut. Sie arbeitet im Kabinett ihres Kontrahenten, der eben erst die Präsidentschaftswahl gewonnen hat. Und das alles »nach vier Jahren einer US-amerikanischen Führung, die sich von der Weltbühne zurückgezogen hat«. Die Zeiten sind düster, das Washingtoner Establishment hat »den Bezug zur Realität verloren«. Zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn eine »Welle von Terroranschlägen hat die Weltordnung ins Wanken« gebracht. Die Außenministerin muss ran und dies nun aufklären.

Zum Glück muss Clinton das nicht alles allein aufschreiben. Zur Seite steht ihr die kanadische Erfolgsautorin Louise Penny. Die ist bekannt für ihren Chefinspektor Armand Gamache, der in der Gegend um Québec mysteriöse Fälle löst. In einem Interview sagte sie vergangenes Jahr, in ihren Krimis gehe es »um Liebe und Freundschaft. Um Zugehörigkeit und Hoffnung. Und das Finden von Freundlichkeit, verborgene. In der Wildnis. Im innersten Kern«.

Das trifft sich doch. Penny hörte sich die Geschichten der Kriegstreiberin über ihre Zeit als Außenministerin an. Sie wollte wissen, was Clintons schlimmster Alptraum im Amt gewesen sei. Der Roman »ist die Antwort«, so Penny. Der Titel lautet übrigens »State of Terror«, zu deutsch also »Staat des Terrors« oder auch »Zustand des Schreckens«. Da kennt sich Clinton aus. Und damit geht der Verlag auch hausieren. Es handle sich um ein »Drama mit Details von hinter den Kulissen, die nur ein Insider kennen kann«, heißt es. Mehr wurde nicht verraten. Mehr will man aber auch gar nicht wissen.

1.000 Abos jetzt

Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

Mehr aus: Ansichten