1000 Abos für die Pressefreiheit!
Gegründet 1947 Montag, 10. Mai 2021, Nr. 107
Die junge Welt wird von 2512 GenossInnen herausgegeben
1000 Abos für die Pressefreiheit! 1000 Abos für die Pressefreiheit!
1000 Abos für die Pressefreiheit!
Aus: Ausgabe vom 24.02.2021, Seite 8 / Ansichten

Coronaexperte des Tages: Hans-Dieter Flick

Von Dusan Deak
imago1000669742h.jpg
Bayern-Trainer Hansi Flick beim Sieg über Hertha in Berlin (5.2.2021)

Nur Hans-Dieter »Hansi« Flick kennt die ganze Wahrheit. Der Trainer des sogenannten Fußballvereins Bayern München ist in Wirklichkeit der kompetenteste Coronaexperte der Republik und ermittelt seit Jahren als verdeckter Ermittler undercover für die Leopoldina. Erstaunlich, mit welcher Souveränität er Hochstapler wie den sogenannten Medizinprofessor Karl Lauterbach (SPD) entlarvt. Er hat zudem lückenlos bewiesen, dass Fußball keine Kontaktsportart ist und Fußballspieler im Gegensatz zu Frisören deswegen ihren Beruf bedenkenlos ausüben dürfen.

Trotzdem kam es beim Rekordmeister seltsamerweise zu einer Reihe von Coronainfektionen. Deshalb greift Flick nun durch. Neben dem Platz sind jetzt Masketragen (außer für Vorstandsvorsitzende), Abstandhalten (außer für die Vereinsführung) und Händewaschen (außer für Torhüter) obligatorisch. Selbst nicht allzu dringende Sponsorentermine bei drittrangigen Geldgebern werden fürs erste verschoben. Champions-League-Gastspiele in europäischen Risikogebieten werden dagegen gewohnt zuverlässig erledigt.

Doch auch auf dem Rasen gelten nun allerstrengste Hygieneregeln. So sind nur noch sogenannte Neymar-Fouls zugelassen – also Fouls, die ohne direkten körperlichen Kontakt in mindestens drei Metern Entfernung passieren, bei denen sich der Fußballspielerdarsteller schreiend und mit schmerzverzerrtem Gesicht mehrere Minuten lang auf einer Strecke von 15 Metern über den Rasen rollt. In wochenlangen Proben sorgfältig einstudiert und anmutig choreographiert, werden die Kunststücke anschließend von sogenannten Videoschiedsrichtern in einem geheimen Folterverlies in Köln bewertet, geprüft und anschließend für die Öffentlichkeit freigegeben.

Das alles ist Hansi Flicks Verdienst, und dafür gebührt ihm Respekt. Er hat mindestens das eiserne Bundesverdienstkreuz verdient, oder einen Oscar.

Wer hat Angst vor wem?

Diejenigen, die sich nicht scheuen, gegen Faschismus, Rassismus, Krieg und Ausbeutung einzutreten? Die dafür mit Verfolgung und Repression rechnen müssen? Oder diejenigen, die Verfassung und die herrschenden Verhältnisse »schützen«?

Für alle, die es wissen wollen: Die junge Welt drei Wochen lang (im europäischen Ausland zwei Wochen) gratis kennenlernen. Danach ist Schluss, das Probeabo endet automatisch.

Mehr aus: Ansichten

Drei Wochen gratis lesen: Das Probeabo endet automatisch.