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Aus: Ausgabe vom 23.02.2021, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Globaler Handel

Ende des Sanktionsregimes gefordert

China geht auf US-Regierung zu und bleibt wichtigster deutscher Handelspartner
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Chinas Außenminister Wang Yi bei seiner Rede am Montag in Beijing

Die Regierung der Volksrepublik China hat die USA zu einer Neuausrichtung ihrer Politik und einem Ende bestehender Strafzölle und Sanktionen aufgerufen. Man hoffe, dass die USA »so bald wie möglich« ihre Politik anpassen und »unangemessene Zölle auf chinesische Waren aufgeben« werden, sagte Außenminister Wang Yi am Montag in einer Rede in der Hauptstadt Beijing. Die je nach Berechnungsweise größte bzw. zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bleibt zudem wichtigster Handelspartner Deutschlands.

Seit die US-Regierung unter Donald Trump einen Handelskrieg gegen den Konkurrenten vom Zaun gebrochen hatte, sind die Beziehungen der beiden Wirtschaftsmächte schlecht. Zwar hatten sie sich im Januar 2020 darauf geeinigt, ein vorläufiges Handelsabkommen zu unterzeichnen. Zuvor verhängte Zölle blieben dennoch weitestgehend in Kraft. China musste sich zudem verpflichten, seine Einfuhren aus den USA deutlich zu erhöhen. Auch Joseph Biden ließ in seinen ersten Wochen im Präsidentenamt keine Kursänderung erkennen. In seinem ersten Telefonat mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor zwei Wochen waren die Gegensätze offen aufeinandergeprallt.

Beijing fordert indes erneut Partnerschaft, aber keine Unterwerfung unter irgendein US-Diktat: »Wir sind bereit für eine offene Kommunikation mit der US-Seite«, betonte der Außenminister, forderte Washington aber auch dazu auf, Chinas Kerninteressen zu respektieren und die Kommunistische Partei sowie das politische System Chinas nicht mehr zu verunglimpfen.

Für die BRD bleibt die Kooperation mit der Volksrepublik eine wirtschaftliche Existenzfrage – besonders durch den Einbruch der hiesigen Konjunktur in der Coronakrise. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, wuchs der Umsatz im Außenhandel mit China trotz der Pandemie um drei Prozent. Insgesamt wurden nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 212,1 Milliarden Euro zwischen beiden Staaten gehandelt. Auf den Rängen zwei und drei der wichtigsten Handelspartner folgten 2020 die Niederlande und die USA. (dpa/AFP/jW)

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