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Aus: Ausgabe vom 11.02.2021, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Tiefstes Niveau

Zu jW vom 6./7.2.: »Kuba-Krise bei Linkspartei und ND«

(…) Im Beschluss des Parteivorstands heißt es: »Für Die Linke gilt, Menschenrechte sind universell, sie gelten für jede und jeden – überall!« Diesen Satz könnte jeder unterschreiben. (…) Dass nun Die Linke diesen zur klassenneutralen Phrase verkommenen Menschenrechtsbegriff gegen Kuba wendet, ein Land, dem es trotz Blockade, Sanktionen und medialem Trommelfeuer gelungen ist, gerade die sozialen Menschenrechte (Arbeit, Wissenschaft, Kultur, Gesundheitswesen) zu verwirklichen, wirft ein bezeichnendes Licht auf das intellektuelle Niveau dieser Partei. (…)

Hans Schoenefeldt, per E-Mail

Beste Waffe

Zu jW vom 6./7.2.: »Kuba-Krise bei Linkspartei und ND«

Deutsche »Linke« streiten sich darüber, was ihre Haltung sein soll zu den Auseinandersetzungen zwischen dem Kulturministerium in Havanna und den von der CIA finanzierten »kubanischen Rappern«. (…) Kubas Musik hatte seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die ganze Welt beeinflusst. Die Wurzeln des Tango, der Habanera, des Danzón und Bolero – alle entsprangen in Kuba. Musik und Musiker waren wichtige »Exportgüter« Kubas. (…) Die US-Geheimdienststrategen und -Wirtschaftsanalysten betrachten »Entertainement« als politische und wirtschaftliche Waffe. Die beste Waffe gegen die »Rapper« der CIA ist die Musik Lateinamerikas!

Itaia Muxaic de Ricart, San José/Puerto Rico

Falsche Strategie

Zu jW vom 5.2.: »Finanzierter Protest«

(…) Uns drängt sich der Eindruck auf, dass der Vorstand der Partei nicht mehr weiß, wofür Die Linke überhaupt einmal gegründet wurde. Seit langem kann man bemerken, dass sich die Ausrichtung der Linken in Richtung »regierungskonform« bewegt (…). Diese Handschrift erkennt man an allen Entscheidungen und Äußerungen der letzten zwei Jahre, unabhängig davon, welches Thema zur Debatte stand, so zum Beispiel bei der Diskussion über ein EU-Militär, bei der Forderung nach Demokratisierung von nach westlichen Maßstäben nicht demokratischen Staaten oder der Ausschreibung für die Berliner S-Bahn zum Zweck der Privatisierung. Das Ziel des Mitregierens wird aber gerade wegen dieser Strategie nie erreicht werden. Wir sehen eher ein Verschwinden der Partei Die Linke in der Bedeutungslosigkeit voraus (…).

Olivera und Peter Götz, per E-Mail

Falsche Prioritäten

Zu jW vom 6./7.2.: »Kuba-Krise bei Linkspartei und ND«

Was ist das für ein Parteivorstand, der Die Linke führt? (…) Jeder halbwegs politisch aufgeklärte Mensch kennt die erprobten politischen Methoden des Westens zur Organisation eines Regime-Change. Die Delegierten des kommenden Parteitags sollten die Rücknahme dieses Beschlusses erzwingen und sich auf ihre eigentlichen Prinzipien des Internationalismus, des Völkerfriedens und des Kampfes für eine andere und bessere Welt ohne Kapital- und Finanzdiktatur besinnen!

Ursula Zierz, Dresden

Sabotierter Dialog

Zu jW vom 6./7.2.: »Kuba-Krise bei Linkspartei und ND«

Es ist wirklich empörend, wenn nicht eher zum Verzweifeln, wieviel »Dummheit«, sprich Ignoranz, nun wohl auch der gesamte »Vorstand von Die Linke« sich leisten zu können glaubt! (…) Jetzt geht es ja angeblich um »friedlichen Dialog«, eine grundsätzlich gute, demokratische Sache, eine Gelegenheit, etwa bestehende Vorurteile der verschiedenen Parteien im ehrlichen Austausch miteinander auszuräumen. Genau diese Dialogbereitschaft der kubanischen Regierung gegenüber den Kulturschaffenden in der Bevölkerung wird aber seitens der Revanchisten im Interesse der US-Außenpolitik sabotiert (…).

Josie Michel-Brüning, Wolfsburg (Onlinekommentar)

Raushalten

Zu jW vom 6./7.2.: »Kuba-Krise bei Linkspartei und ND«

Manchmal ist es sinnvoller, sich aus Prozessen, von denen man keine Ahnung hat, rauszuhalten. Oder, wie ich gegenüber den Genossen in Kuba bei meinem Aufenthalt dort immer wiederholte: »Ich kann euch nicht sagen, wie ihr euren Sozialismus gestalten sollt. Denn euer Sozialismus lebt schon länger, als meiner je existiert hat. Ich kann euch nur sagen, was passiert, wenn die Kapitalisten wieder zurückkommen.« (…) No pasaran!

Uwe Radtke, Bautzen

Umsturzpläne

Zu jW vom 4.2.: »Vergiftete Solidarität«

Solidarität gehörte einmal zu den wichtigsten Tugenden linker Kräfte. In der im Vorstand genutzten Form missbraucht die Führung der Partei Die Linke diesen Begriff und beraubt ihn seines Inhalts. Das finde ich schlimm. Die USA haben neben den Sanktionen auch den Millionen US-Dollar betragenden Fonds für die Gegner der kubanischen Regierung erhöht. Das Geld soll vor allem zur Beeinflussung der jungen Generation genutzt werden, um Vorbereitungen für eine Konterrevolution zu treffen. Das wurde offen erklärt.

Horst Neumann, per E-Mail

Nicht spalten lassen

Zu jW vom 6./7.2.: »Kuba-Krise bei Linkspartei und ND«

(…) Der politische Gegner steht übrigens noch immer auf der anderen Seite der Barrikade, nicht in einer anderen Strömung unserer pluralistischen Partei. Und dieser Gegner wird immer wieder mit viel Geschick und Geld provozieren, mit unserer Spaltung und Schwächung als Ziel. Fallen wir nicht darauf rein, reagieren wir besonnen, es ist sehr schwer, verlorenes Feld zurückzuerobern. Bei uns wie in Kuba!

Rainer Böhme, Sebnitz

Solidarität gehörte einmal zu den wichtigsten Tugenden linker Kräfte. Die Linke missbraucht diesen Begriff und beraubt ihn seines Inhalts.

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