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Aus: Ausgabe vom 09.02.2021, Seite 1 / Ausland
Präsidentenwahl

Stichwahl in Ecuador nötig

Entscheidung über Präsidentenamt: Kopf-an-Kopf-Rennen um Einzug in zweite Runde
Von Frederic Schnatterer
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Klarer Sieger in der ersten Runde: Linkskandidat Andrés Arauz am Sonntag in Quito

Der nächste Präsident Ecuadors wird in einer Stichwahl am 11. April gewählt, nachdem am Sonntag keiner der Kandidaten die erste Wahlrunde für sich entscheiden konnte. Nach Auszählung von fast 98 Prozent der Stimmen gewann Andrés Arauz vom Linksbündnis Union für die Hoffnung (Unes) zwar eindeutig mit 32,2 Prozent, wie auf der Internetseite des Nationalen Wahlrats (CNE) ersichtlich wird. Allerdings verpasste der frühere Minister von Expräsident Rafael Correa den Sieg in der ersten Runde eindeutig, für den mindestens 40 Prozent sowie ein Vorsprung von zehn Punkten auf den Zweitplatzierten nötig gewesen wären.

Wer bei der Stichwahl gegen Arauz antreten wird, stand hingegen bis jW-Redaktionsschluss noch nicht fest. Waren Umfragen vor der Abstimmung sowie Nachwahlbefragungen noch davon ausgegangen, dass der Multimillionär und Rechtskonservative Guillermo Lasso auf dem zweiten Platz landen würde, lieferte er sich schlussendlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Yaku Pérez. Zuletzt lag Pérez mit 19,8 Prozent knapp vor Lasso, der auf 19,6 Prozent kam.

Während der Bankier Lasso als klassisch neoliberal gilt, lehnen sowohl Arauz als auch Pérez den brutalen Kürzungskurs ab, den Amtsinhaber Lenín Moreno in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) durchsetzte. Während jedoch Arauz eine Rückkehr zur unter Correa begonnenen »Bürgerrevolution« anstrebt, gilt Pérez von der Indigenenpartei ­Pachakutik als scharfer Kritiker des Expräsidenten, lehnt ein auf Bergbau und Erdöl basierendes Entwicklungsmodell ab und spricht sich für den Schutz der Umwelt aus.

Bereits am Sonntag bedankte sich Arauz beim ecuadorianischen Volk für das Vertrauen und den »Sieg in nahezu allen Regionen des Landes«. Zudem erklärte er, in der zweiten Runde gehe es nun darum, »die große Mehrheit des Volkes zusammenzubringen«. Aus dem belgischen Exil erklärte Correa per Twitter: »Die Bürgerrevolution hat in überwältigender Weise gewonnen, trotz einer Schmutzkampagne und vier Jahren brutaler Verfolgung und Niedertracht.« Der neue Staatschef soll das Amt am 24. Mai antreten.

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