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Aus: Ausgabe vom 05.02.2021, Seite 8 / Ansichten

Denkfabrikdirektor des Tages: William J. Burns

Von Matthias István Köhler
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Der designierte CIA-Chef William J. Burns

Die Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden ist laut eigenen Angaben die älteste Denkfabrik der USA. Gegründet wurde sie 1910 von dem Stahlmagnaten Andrew Carnegie. Zu den Aufgaben der Stiftung gehöre, heißt es auf ihrer Webseite, »ausgefeilte Analysen der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen und politischen Kräfte in Schlüsselregionen« zu liefern. In einem weiteren Schritt bringe sie dann ihr »globales Netzwerk zusammen, um den Weg zur Minderung oder Lösung von Konflikten zu ebnen«.

Die Stiftung macht das mit dem internationalen Frieden und der Konfliktlösung so gut, dass ihr Direktor, William Joseph Burns, nun neuer Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA werden soll. Am Mittwoch nominierte der frischgebackene US-Präsident Joseph Biden ihn für das Amt. Der Senat muss noch zustimmen.

Burns Vorgängerin Gina Haspel hatte sich für den Job noch als Leiterin eines Folterknasts in Thailand qualifiziert, der nach 9/11 vom CIA geschaffen worden war. Zu den elaborierten Methoden der »Informationsbeschaffung« gehörten dort: Waterboarding, Schlafentzug und pure körperliche Gewalt.

Allerdings hat sich auch Burns nicht nur mit seiner Tätigkeit als Denkfabrikdirektor hervorgetan. Unter anderem war er Vizeaußenminister des Friedensnobelpreisträgers Barack Obama. Burns’ Chefin war Hillary Clinton. Von ihr durfte er 2011 am Beispiel Libyens lernen, wie man ein Land in Schutt und Asche bombt. Aber: »Was die internationalen Beziehungen betrifft«, sagte er als Clintons Vize in einem Interview mit dem Magazin The Politic, »befinden wir uns nicht in einem Beliebtheitswettbewerb«. Ganz bestimmt nicht. Und das darf nun mal insbesondere die Agentur mit der Lizenz für Folter, Mord und Umsturz, der Burns nun vorstehen wird, immer wieder gerne unterstreichen.

Wer fürchtet sich eigentlich vor wem?

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Debatte

  • Beitrag von Torsten Andreas S. aus B. ( 5. Februar 2021 um 01:41 Uhr)
    Welch eine Überraschung, werch ein Illtum: Bei dem Biden ...

    ... wird sich wenig ändern. Neue Fassade, wenig Antrieb zur eigenen Korrektur. Denn mensch führt keine Selbstgespräche, wenn mensch sich selbst unverständlich bleibt, hasst und/oder Einflüssen unterliegt. Ob er tatsächlich, wie viele Wohlmeinende meinen, bald aus dem Amt scheiden möchte, um der ersten Frau den Weg zur Herrschaft zu bereiten? – Der Machtwechsel wirft Fragen auf, beklemmenderweise ... Aber in gewohnter Manier:

    »Allerdings hat sich auch Burns nicht nur mit seiner Tätigkeit als Denkfabrikdirektor hervorgetan. Unter anderem war er Vizeaußenminister des Friedensnobelpreisträgers Barack Obama. Burns’ Chefin war Hillary Clinton. Von ihr durfte er 2011 am Beispiel Libyens lernen, wie man ein Land in Schutt und Asche bombt. Aber: ›Was die internationalen Beziehungen betrifft‹, sagte er als Clintons Vize in einem Interview mit dem Magazin The Politic, ›befinden wir uns nicht in einem Beliebtheitswettbewerb.‹ Ganz bestimmt nicht. Und das darf nun mal insbesondere die Agentur mit der Lizenz für Folter, Mord und Umsturz, der Burns nun vorstehen wird, immer wieder gerne unterstreichen.«

    Der Hillary Clinton war er ein loyaler Steigbügelhalter (im Sinne der hündischen Treue) und äußerte bisher nicht einen einzigen Zweifel an der massenmörderischen Politik der Frau, die gerne Präsidentin werden wollte, um – wie sie verkündete – den Krieg mit dem IRAN zu führen. Als wären die Massenmorde in den bisherigen Kriegen nicht ausreichend. Und so weiter.

    BURNS.

    Was genau qualifizierte ihn noch einmal zum Mann der Stunde?

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