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Aus: Ausgabe vom 26.01.2021, Seite 3 / Schwerpunkt
Kubanische Solidarität

Internationale Unterstützungskampagne

Zuspruch für Friedensnobelpreisnominierung aus Lateinamerika, Europa und den USA
Von Volker Hermsdorf
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Weltweit haben Hunderte Akademiker und Parlamentarier sowie Dutzende Menschenrechts- und Hilfsorganisationen die kubanischen Henry-Reeve-Brigaden für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert. Auch in den USA gibt es zahlreiche Unterstützer, unter denen Lawrence Wilkerson, ein Oberst der US-Army im Ruhestand und Stabschef des damaligen Außenministers Colin Powell, besonders hervorsticht. »Die Mitglieder der Brigaden sind in 39 Länder gereist und haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um Menschen vor dem Coronavirus zu retten. Für diesen hohen Beitrag zur Menschlichkeit in Zeiten von soviel Leid, beantrage ich, ihnen den Friedensnobelpreis zu verleihen«, begründete der pensionierte Oberst seinen Vorschlag gegenüber dem Komitee in Oslo.

Ein wichtiges Ziel der Unterstützungskampagne bestehe – neben der Nominierung für den Friedenspreis 2021 – darin, »darüber aufzuklären, wie ein kleines, armes Land einer von Covid-19 bedrohten Welt demonstriert, wie globale Solidarität aussieht«, betonten Alicia Jrapko und Medea Benjamin vom US-amerikanischen Kuba-Nobelpreiskomitee. »Unser Engagement wird auch nach Ablauf der Nominierungsfrist am 31. Januar und Bekanntgabe der Empfänger im Oktober 2021 nicht enden. Wir werden weiter über die selbstlose Arbeit der Medizinbrigaden informieren«, versicherten sie. Bei den von der Bürgerrechtsbewegung »Code Pink« unterstützten Kampagnen gehe es außerdem auch darum, »die Versuche der USA zu entlarven, Kubas internationalistisches Gesundheitsprogramm zu diskreditieren, es als eine Form des Menschenhandels zu bezeichnen und Regierungen zu drängen, die von der Insel angebotene Hilfe nicht anzunehmen«.

Während lateinamerikanische Akademiker und Parlamentarier die größte Gruppe der Antragstellenden ausmachen, ist die Unterstützung besonders in Italien, Andorra und Aserbaidschan, die im vergangenen Jahr von kubanischen Medizinkräften bei der Behandlung von mehr als 16.000 Covid-19-Patienten unterstützt wurden, groß. Auch in Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Österreich, Deutschland, der Schweiz und Irland wird eine Verleihung des Preises an die Brigaden gefordert. Außerhalb Europas war das Kontingent in den britischen Überseegebieten Anguilla, Turks- und Caicosinseln, Montserrat und den Jungferninseln sowie dem französischen Überseedepartement Martinique präsent, wo mehr als tausend Menschen Hilfe erhielten.

In Großbritannien haben bis Anfang dieses Jahres – neben Akademikern – auch 16 Abgeordnete die Henry-Reeve-Brigaden für den Preis nominiert. »Kuba leistet einen Beitrag zum weltweiten Kampf gegen Covid-19 zu einem Zeitpunkt, an dem das Land selbst mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, die durch die Pandemie und die Verschärfung der US-Sanktionen verursacht werden«, erklärte Pauline Bryan, Abgeordnete der Labour-Partei im Oberhaus, Ende Dezember zu ihrem Antrag. Sie fügte hinzu: »Kubas Gesundheitshelfer leisten nicht nur humanitäre und medizinische Hilfe, sondern bringen auch eine Botschaft der Hoffnung, des Friedens und der Solidarität, wohin immer sie gehen. Sie leisten uneigennützige Hilfe in Notsituationen, unabhängig von Politik und Grenzen, und sind ein wahres Beispiel für Internationalismus.«

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