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Aus: Ausgabe vom 25.01.2021, Seite 16 / Sport
Handball

Weltmeister in Optimismus

WM in Ägypten: Nach dem Ausscheiden gibt sich der deutsche Handball zuversichtlich
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Heiner Brand (Schnauzer) hält Siegesfreude wie damals beim WM-Sieg 2007 auch bei Olympia 2021 für möglich

Trotz des verpassten WM-Viertelfinals ist der von den deutschen Handballern anvisierte Olympiasieg für den langjährigen Bundestrainer Heiner Brand ein »durchaus realistischer Wunsch«. Das sagte der Weltmeistercoach von 2007 der Welt am Sonntag. »Denn aktuell sehe ich im Welthandball nicht diese eine Ausnahmemannschaft, die alles in Grund und Boden spielen kann«, erklärte der 68jährige. Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), hatte schon vor einiger Zeit von Olympiagold gesprochen und hielt auch nach dem verpassten WM-Ziel an diesem Vorhaben fest. Deutschland hat beim Turnier in Ägypten bereits vor dem abschließenden Hauptrundenspiel gegen Polen am Montag (20.30 Uhr/ARD) keine Chance mehr, ins Viertelfinale einzuziehen. Die Niederlagen gegen Ungarn (28:29) und Spanien (28:32) waren zuviel.

Auch sportpolitisch übt sich DHB-Vizepräsident Hanning in Optimismus, er sieht die Handball-WM in Ägypten als Vorbild für weitere Sportgroßveranstaltungen in Zeiten von Corona. »Ich finde, dass es sich trotz der vielen Unkenrufe um eine WM auf allerhöchstem Niveau handelt, unter maximalen Sicherheitsvorkehrungen. Das kann Vorbild sein für alle weiteren Großturniere«, sagte Hanning in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die heftige Kritik an der Mega-WM mit 32 Mannschaften, deren Durchführung viele für verantwortungslos halten, wies Hanning zurück. »Ich kann das nur noch mit einem Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen.« Unter anderem SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte das Festhalten an der Handball-WM als falsch bezeichnet.

Da wollte selbst Trainerlegende Brand nicht bei Hannings Zwangsoptimismus mitziehen: »In anderen Sportarten sind große Turniere abgesagt worden, das hätte man auch im Handball so handhaben müssen. Statt dessen hat Hassan Moustafa als Präsident des Weltverbandes die WM in seinem Heimatland auf Teufel komm raus durchgepeitscht«, sagte Brand. Dass mit Tschechien und den USA zwei Teams noch vor dem WM-Start und mit Kap Verde eine Mannschaft während der WM coronabedingt zurückziehen mussten, werfe »kein tolles Licht auf so eine Weltmeisterschaft«. (sid/jW)

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