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Aus: Ausgabe vom 20.01.2021, Seite 8 / Ansichten

Brieffreund des Tages: Friedrich Merz

Von Dusan Deak
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Muss man in baldiger Zukunft mit einer noch peinlicheren Mutation von Merz rechnen?

Schwer zu entscheiden, was am Wochenende langweiliger war, das digitale CDU-Parteitagsmeeting zur Wahl der Parteiführung oder die RTL-Dschungelshow aus Köln. Man hätte die Akteure austauschen können, und keiner hätte gemerkt, ob Mike über den Lauf der Sonne schwadroniert oder Merz seine öde Steuererklärung prüft.

Die Chancen für Friedrich Merz, in der CDU noch was zu werden, reduzieren sich langsam aber sicher auf die Größe eines Bierdeckels. Vertraute munkeln derweil, die Wahl sei gefälscht. In Wirklichkeit habe sie der Profilobbyist mit 74 Millionen Stimmen haushoch gewonnen, die Briefwähler nicht mitgezählt. Seine versuchte Selbstermächtigung zum Wirtschaftsminister #WegenMorgen stieß allerdings auch bei CDU-Kollegen auf wenig Gegenliebe. Vielleicht ist der rüstige Politrentner auch nur ein wenig vergesslich, hatte er sich doch vor zwei Jahren mit demselben Angebot aufgedrängt. Muss die Bundesregierung neue Hygienemaßnahmen gegen die Verbreitung von Merzmanie unter jüngeren CDUlern treffen? Kann man in baldiger Zukunft mit einer noch peinlicheren Mutation von Merz rechnen?

Wer sich schon einen Sturm der Jungen Union aufs Konrad-Adenauer-Haus erhofft hat, angeführt von einem Philipp Amthor mit Büffelhörnern, sieht sich von Fuchs Friedrich getäuscht: Keine Anfechtung, verspricht Merz in einem offenen Brief, und droht seinem neuen Chef Armin Laschet statt dessen mit dem Bruderkuss. Ohne geschlossene CDU laufe das Land Gefahr, »in rechten Populismus oder grün-linken Neosozialismus abzurutschen«. Das wolle er in den nächsten Monaten »auch ohne politisches Amt« verhindern.

Das lässt Interpretationsspielraum. Schon geht das Gerücht, er hege Hoffnungen auf den Posten des NRW-Gastwirtschaftsministers. Diese Ambitionen sind wegen der, durch den nun noch verschärften Corona­shutdown bedingten, Lage der Gastronomie unter Gastwirten in Düsseldorf recht umstritten.

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Debatte

  • Beitrag von Torsten Andreas S. aus B. (19. Januar 2021 um 23:25 Uhr)
    Joachim-Friedrich Merz strebt nach Bedeutung. Weil er gegenwärtig nicht zum Bundeswirtschaftsminister aufsteigt, schlage ich vor, dass er einen neuen Posten übernimmt: Bisher fehlt der Vizekanzler (der ist nicht vorhanden), der im Todesfalle einspringt; es gibt nach deutschen Recht nur den Stellvertreter der Bundeskanzlerin, aber für Joachim-Friedrich Merz wird das geändert. Dann kann es besser laufen, als er meinte, und er bekommt den Posten, der nicht existiert: Er wird der Vizekanzler ...

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Heinz Ahlreip: Kein normaler Vorgang Am 16. Januar 2021 verlor der Bundesbürger und Jurist Friedrich Merz das Rennen um den Vorsitz der reaktionären CDU und brachte sich nach der Niederlage als akuten Wirtschaftsminister ins Gespräch. Un...

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