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Aus: Ausgabe vom 19.01.2021, Seite 8 / Ansichten

Fertigmacher des Tages: Maredo

Von Arnold Schölzel
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Hier werden nicht nur Steaks, sondern auch Betriebsräte gegrillt ...

Seine erste Filiale eröffnete der Fleischlappenbrater »Maredo« 1973 am Westberliner Kurfüstendamm – die Frontstadt rappelte sich gerade als Schaufenster des Westens auf. Fast 50 Jahre später ist der Kapitalismus nicht mehr ganz frisch und die »Steakhaus«-Kette zu. Am Montag wurde bekannt, dass die Chefetage am Wochenende per Brief alle Beschäftigten bis auf eine Rumpftruppe in der Düsseldorfer Firmenverwaltung entlassen hat. Insolvenz war schon im März 2020 angemeldet worden. Damals fand sich die Hälfte der rund 950 Beschäftigten auf der Straße wieder. Das Virus sei schuld, hieß es. Dabei galt auch hier: So wie die deutsche Industrie lange vor der Pandemie schrumpfte, so auch Maredo. Die immerhin 37 Filialen (davon zwei in Österreich) bedeuteten zwar noch den zweiten Platz hierzulande im sogenannten Steakhaussegment hinter Block-House, aber binnen zehn Jahren – hatte die Wirtschaftswoche schon 2019 berichtet – habe sich der Umsatz »mehr als halbiert«.

Maredo wechselte also mehrfach die Besitzer und fiel durch üblen Umgang auf, genauer durch »Union Busting«, die systematische Zerschlagung von Betriebsräten. Eine darauf spezialisierte Anwaltskanzlei schleuste in die Maredo-Filialen in der Frankfurter »Freßgass’« und in Osnabrück Detektive ein, überwachte per Video und marschierte im November 2011 wie ein »Rollkommando« ein, wie Beschäftigte damals meinten. Fast die gesamte Belegschaft wurde festgehalten, verhört und dann gekündigt. Selbst die Bürgerpresse hatte dafür nur noch böse Schlagzeilen. Ein ähnliches Selbsttor schoss die Kette mit dem (preisgekrönten) Werbeslogan: »Wenn man Tiere nicht essen soll, warum sind sie dann aus Fleisch?« In Wirklichkeit ging es bei Maredo ums »Betriebsrätefressen« – wie jetzt ums Feuern und Einstreichen: Die Marke soll verscherbelt werden.

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